Zum dreißigsten Geburtstag der Reihe hat Blizzard auf der BlizzCon 2026 keinen Rückblick gezeigt, sondern einen Ausblick bis ins Jahr 2029. Diablo 5 befindet sich in Entwicklung und soll im Frühjahr 2029 erscheinen, in einem Sanktuario, in dem der Kampf gegen die Hölle bereits verloren ist. Zwischen Ankündigung und Verkaufsstart liegen damit rund zweieinhalb Jahre.

Stand dieser Meldung: 13. September 2026

Blizzard nennt bislang ein Quartalsfenster, sonst nichts. Plattformen, Klassen und Spielsysteme sind offen, und alles darüber hinaus kann sich bis zum Erscheinen noch ändern.

Diablo 5: Der Stand nach der BlizzCon-Ankündigung

Offiziell schreibt Blizzard den Titel als Diablo V. Die eigens gestartete Seite fasst den Stand in drei Sätzen zusammen: Das Spiel befinde sich in Entwicklung, Sanktuario sei gefallen, Diablo habe gesiegt. Als Termin steht dort das Frühjahr 2029, ergänzt um den Hinweis, dass damit „die nächste dunkle Ära der Diablo-Saga" beginne.

Enthüllt wurde das Ganze am 12. September während der Eröffnungszeremonie der BlizzCon, vertieft anschließend in einer Podiumsdiskussion. Die Ankündigung fällt mit dem 30-jährigen Bestehen der Reihe zusammen, das Blizzard in diesem Jahr begeht.

Sanktuario ist gefallen, bevor die erste Partie beginnt

Inhaltlich ist das die eigentliche Nachricht. Alle bisherigen Teile drehten sich darum, eine Katastrophe abzuwenden. Diesmal hat sie bereits stattgefunden.

The heroes are gone, Sanctuary has fallen, and Diablo has won. — Joe Shely, Game Director, auf der BlizzCon 2026

Produktionsdirektorin Tiffany Wat formulierte die Leitfrage des Spiels als die, was aus einem werden muss, wenn die Welt schon untergegangen ist. Für eine Reihe, die ihre Spannung dreißig Jahre lang aus dem Aufhalten des Bösen gezogen hat, ist das ein deutlicher Bruch — und einer, der sich auf Städte, Verbündete und sichere Orte auswirken dürfte, also auf genau die Struktur, die in Diablo 4 das Endgame zusammenhält.

Klassen, Plattformen, Spielsysteme — noch keine Angaben

Was Blizzard nicht genannt hat, ist die längere Liste. Auf der offiziellen Seite steht keine einzige Klasse, keine Plattform, kein Wort zur Monetarisierung und keine Angabe dazu, ob es wieder eine offene Welt mit Saisonstruktur wird. Einzelne Berichte nennen bereits Klassennamen; belegt ist davon nichts.

Das ist bei einem Fenster von zweieinhalb Jahren keine Nachlässigkeit, sondern der Normalfall. Es heißt aber auch, dass jede Einschätzung zum Spielgefühl derzeit auf einem Teaser und zwei Sätzen Story beruht.

Season of Hell's Legacy: Diablo 4 bekommt Deckard Cain zurück

Handfester ist, was diese Woche passiert. Am 15. September startet Season 15 unter dem Namen Season of Hell's Legacy und stellt zum Jubiläum die bekanntesten Figuren, Gegner und Orte der Reihe in den Mittelpunkt. Deckard Cain kehrt zurück, und alle drei Prime Evils treten auf; Spieler können Splitter ihrer Seelen einsammeln und deren Kraft nutzen, was im Spiel einen Preis hat. Wie stark solche Saisonmechaniken in die Gegenstandswirtschaft hineinreichen, hat sich schon an den unscheinbaren blauen Items gezeigt.

Am selben Tag erscheint Diablo 4 für die Nintendo Switch 2. Wer die Klassen, das Endgame und den Saisonrhythmus nachschlagen will, findet die Übersicht im Diablo 4 Wiki.

Was bringt eine Ankündigung, die erst 2029 eingelöst wird?

Kurzfristig wenig. Ein Termin im Frühjahr 2029 ändert nichts an Kaufentscheidungen, an der Hardwareplanung und erst recht nichts am Spielplan der nächsten Monate. Wert hat die Meldung aus einem anderen Grund: Sie sagt, dass Diablo 4 nicht in den Erhaltungsmodus geht. Ein Nachfolger, der so weit entfernt liegt, zwingt den Vorgänger dazu, den Spielbetrieb lange zu tragen, und Season 15 wirkt genau wie ein Programm, das darauf ausgelegt ist.

Der Bruch im Setting ist dabei die Wette, die Blizzard eingeht. Eine gefallene Welt löst das Problem der späten Diablo-4-Saisons, in denen die Bedrohung mit jedem Patch vertrauter wurde. Sie nimmt der Reihe aber auch ihren Antrieb, nämlich die Aussicht, etwas zu retten. Ob eine Trümmerlandschaft über dutzende Stunden trägt, hängt daran, was an ihre Stelle tritt — und dazu hat Blizzard bisher nichts gesagt.

Bis dahin bleibt die Reihe da, wo sie ist: bei einem laufenden Diablo 4, das am Dienstag eine Saison mit hohem Wiedererkennungswert bekommt. Für alles Weitere ist 2029 noch weit genug weg, um sich von Ankündigungsbildern nicht die Erwartung verstellen zu lassen.

Quellen