Dragon's Dogma 2 hat seinen Launch-Skandal nie ganz hinter sich gelassen — doch jetzt räumt Capcom endlich auf. Pünktlich zur Ankündigung der Erweiterung Dark Arisen werden die umstrittenen Mikrotransaktionen fast vollständig aus dem Spiel gestrichen und die Deluxe Edition eingestellt.

Der Launch-Eklat: Mikrotransaktionen im Vollpreis-RPG

Dragon's Dogma 2 erschien im März 2024 mit einem Metascore im hohen 80er-Bereich — die Presse war begeistert. Die Spieler auf Steam hingegen nicht. Schon am Launch-Tag türmten sich tausende überwiegend negative Reviews, und der Auslöser war immer derselbe: Mikrotransaktionen in einem Singleplayer-Vollpreistitel.

Besonders heiß lief die Debatte, weil die käuflichen Items keine reinen Kosmetika waren. Capcom verkaufte Schnellreise-Kristalle, Charakter-Editor-Schlüssel, Kerkerschlüssel und Riftkristalle als In-Game-Abkürzungen — alles Dinge, die man sich zwar erspiele konnte, aber mit echtem Geld eben schneller hatte. Für viele Fans war das ein Schlag ins Gesicht, besonders weil diese Inhalte erst zum Release freigeschaltet wurden und nicht Teil der Vorab-Tests waren.


Was Capcom jetzt streicht

Ab dem 25. Juni 2026 werden die Deluxe Edition von Dragon's Dogma 2 und der Großteil der separat kaufbaren DLC-Items dauerhaft aus allen digitalen Stores entfernt. Konkret betroffen sind unter anderem:

  • Portkristalle (Schnellreisepunkte)
  • Riftkristalle (In-Game-Währung)
  • Zielkristalle
  • Kunst der Metamorphose (Charakter-Editor)
  • Provisorische Gefängnisschlüssel
  • Weitere Fortschritts-Items

Wer diese Inhalte bereits gekauft hat, darf sie behalten — bestehende Käufe bleiben dauerhaft nutzbar. Zwei Ausnahmen gibt es: Das Lagerfeuer-Set des Entdeckers und die Sound-Kollektion bleiben weiterhin im Angebot, da sie rein kosmetischer Natur sind.


Warum jetzt? Dark Arisen kommt im Oktober

Capcom begründet den Schritt offiziell mit der Entwicklung neuer Inhalte und bevorstehenden Anpassungen für ein großes Titel-Update. Der eigentliche Hintergrund ist deutlicher: Am 9. Oktober 2026 erscheint Dragon's Dogma 2: Dark Arisen — dieselbe Bezeichnung wie der erfolgreiche DLC zum ersten Teil. Die Erweiterung führt unter anderem in die Eisregion Norgan und soll als definitive Version des Spiels fungieren.

Um möglichst viele Neuspieler für den DLC zu gewinnen, senkt Capcom außerdem den Kaufpreis der Standard Edition dauerhaft — auf PC, PS5 und Xbox Series X|S. Konkrete Zahlen hat der Publisher noch nicht kommuniziert, aber das Ziel ist klar: Die Einstiegshürde soll sinken, bevor die Erweiterung den Hype neu entfacht.

Dass der Nintendo Switch 2 zusätzlich eine Dark Arisen-Version bekommt, die das Basisspiel und den neuen DLC gleich bündelt, passt ins Bild. Capcom will saubere Verhältnisse schaffen, bevor eine neue Spielergeneration einsteigt.


Ein später, aber richtiger Schritt

Dass diese Bereinigung erst über zwei Jahre nach dem Launch kommt, ist natürlich nicht ideal. Aber: Capcom korrigiert einen echten Fehler, ohne die alte Kundschaft zu bestrafen — wer gezahlt hat, behält seine Items. Gleichzeitig betreibt der Publisher aktiv Update-Arbeit am Spiel, bevor das nächste Kapitel beginnt. Nach über einem Jahr ohne nennenswerte Patches gibt es nun einen zweiteiligen Roadmap mit technischen und spielerischen Verbesserungen.

Wie seht ihr das — ist das für euch ein ehrliches Eingeständnis von Capcom, oder kommt der Schritt schlicht zu spät? Schreibt's in die Kommentare.