PS5-Exklusivität ist zurück — und diesmal meint Sony es ernst. PlayStation Studios CEO Hermen Hulst verkündete in einem internen Town Hall am 18. Mai 2026, dass narrative Singleplayer-Spiele der Sony-Erstentwickler künftig nicht mehr auf dem PC erscheinen werden.
Sony dreht die Uhr zurück
Seit 2020 hatte Sony konsequent auf PC-Portierungen gesetzt. Titel wie God of War, Marvel's Spider-Man, Ghost of Tsushima und The Last of Us Part I landeten nach und nach auf Steam — oft ein bis zwei Jahre nach der PS5-Version. Damals klang das nach einer langfristigen Strategie, sogar mit dem Ziel, fast die Hälfte aller Releases außerhalb der Konsole anzubieten.
Damit ist jetzt Schluss. Bloomberg-Reporter Jason Schreier bestätigte via Bluesky, dass Hulst klipp und klar kommuniziert hat: „Narrative Singleplayer-Spiele werden künftig PlayStation-exklusiv."
„The company's narrative single-player games will now be PlayStation exclusive." — Hermen Hulst (via Jason Schreier / Bluesky, 18. Mai 2026)
Welche Spiele betrifft die PS5-Exklusivität konkret?
Die Ansage hat direkte Auswirkungen auf bereits angekündigte Titel. Betroffen sind unter anderem:
- Ghost of Yōtei (Sucker Punch)
- Saros (Housemarque)
- Marvel's Wolverine (Insomniac Games)
- Intergalactic: The Heretic Prophet (Naughty Dog)
- Möglicherweise das gemunkelte God of War Trilogy Remake
Multiplayer- und Live-Service-Titel bleiben dagegen weiterhin für PC eingeplant. Marathon und Marvel Tokon: Fighting Souls sollen trotz des Kurswechsels ihren PC-Release behalten. Auch Death Stranding 2 ist weiterhin für den PC vorgesehen, da es sich um ein Außenprojekt handelt.
Die Zahlen erzählen die eigentliche Geschichte
Der Schritt klingt mutig — ist aber wohl schlicht eine betriebswirtschaftliche Entscheidung. Sony erzielte zwar rund 2,3 Milliarden US-Dollar Gesamtumsatz mit Off-Platform-Verkäufen (PC und Xbox), doch das entspricht gerade einmal etwa 2,4 % der PlayStation-Gesamteinnahmen im Geschäftsjahr 2025. Dazu kamen mehrere PC-Ports, die kommerziell enttäuschten oder mit technischen Problemen auf sich aufmerksam machten.
Sony vs. Microsoft: Zwei völlig gegensätzliche Wege
Der Vergleich mit dem direkten Konkurrenten könnte kaum schärfer ausfallen:
| Sony PlayStation | Microsoft Xbox | |
|---|---|---|
| Singleplayer-Exklusivität | Wieder konsolen-exklusiv | Gleichzeitig auf PC & Konsole |
| Multiplayer / Live Service | Weiter auf PC | Weiter auf PC |
| Strategie-Richtung | Konsole stärken | Multi-Plattform maximieren |
Microsoft veröffentlicht First-Party-Titel wie Fable oder Forza Horizon 6 gleichzeitig auf Xbox, PC und mittlerweile sogar auf der PS5. Sony dreht den Hebel in die exakt entgegengesetzte Richtung — und positioniert sich damit näher an Nintendo, das seit jeher fast ausschließlich auf eigene Hardware setzt.
Strategie-Wette mit Risiko
Der Hintergedanke ist klar: Sony will die PS5 — und mittelfristig die PS6 — als unverzichtbare Hardware etablieren. Wer die großen Story-Exclusives spielen will, soll die Konsole kaufen, nicht auf einen Steam-Sale warten.
Das birgt aber auch Risiken. Ehemalige PlayStation-Manager wie Shuhei Yoshida haben öffentlich darauf hingewiesen, dass PC-Ports geholfen haben, Entwicklungskosten großer AAA-Produktionen zu refinanzieren. Fällt diese Einnahmequelle weg, entsteht Druck auf die Budgets der First-Party-Studios — gerade in einer Ära, in der AAA-Entwicklung so teuer ist wie nie.
Dazu kommt ein weiterer Faktor: Gerüchten zufolge soll Microsofts nächste Xbox-Hardware (Project Helix) deutlich tiefer mit PC-Storefronts wie Steam verknüpft sein. Lägen PlayStation-Exclusives auf Steam, wären sie theoretisch auch auf Xbox-Hardware spielbar — ein Szenario, das Sony offenkundig verhindern will.
Ob der Rückzug von PC-Ports tatsächlich die Konsolenverkäufe ankurbelt oder ob Sony damit eine wichtige Einnahmequelle opfert, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Was meint ihr: Zieht Sony den richtigen Zug — oder verprellt man damit zu viele Spieler? Diskutiert es gerne auf unserem Discord!
