Nach fast einem Jahrzehnt ohne neuen Teil hat Blizzard auf der BlizzCon 2026 wieder ein Spiel der Reihe gezeigt — nur nicht in dem Genre, das sie begründet hat. Der neue StarCraft Shooter verlässt die Echtzeitstrategie und wird ein Open-World-Titel aus der Perspektive einzelner Soldaten. Gezeigt wurde ein Kinotrailer, mehr nicht.
StarCraft Shooter: Was auf der BlizzCon gezeigt wurde
Blizzard hat für das Projekt eine eigene Seite aufgezogen, auf der bislang nur ein Aufruf steht. Die deutsche Fassung formuliert ihn so: Die Söhne und Töchter des Dominions seien dem Ruf gefolgt, als die Menschheit sie am dringendsten brauchte, ihr Opfer habe einen weiteren Tag erkauft — „Nun erreicht der Ruf dich." Darunter lassen sich Neuigkeiten abonnieren, daneben stehen StarCraft: Remastered und das kostenlos spielbare StarCraft II.
Auf der Bühne verantwortete die Vorstellung Dan Hay, zuvor über Jahre einer der prägenden Köpfe der Far-Cry-Reihe. Als Zeitfenster nannte er nach übereinstimmenden Berichten von der Veranstaltung das Frühjahr 2030.
Was Blizzard selbst bestätigt hat
Auf der offiziellen Seite stehen weder ein Termin noch Plattformen, ein Genre oder Spielmaterial. Das Erscheinungsfenster 2030 stammt aus der Berichterstattung von der BlizzCon, nicht aus einer schriftlichen Ankündigung.
Ein Trailer, kein Gameplay, keine Plattformen
Der Auftritt bestand aus einer Zwischensequenz. Zu sehen war eine Armee, die unter dem Dominion ausgebildet wird, nicht eine Spielszene. Weder Protagonist noch Schauplatz, weder Mehrspielerpläne noch Bezahlmodell wurden genannt — nach Jahren von Gerüchten über ein StarCraft-Shooterprojekt ist damit vor allem bestätigt, dass es existiert.
Für ein Vorhaben, das erst in dreieinhalb Jahren erscheinen soll, ist das der Normalfall. Es heißt aber auch, dass jede Einschätzung zum Spielgefühl derzeit auf einem Werbefilm beruht.
Dreieinhalb Jahre Vorlauf — was der Termin über den Stand verrät
Ein so weit entferntes Fenster deutet auf eine frühe Produktionsphase hin. Blizzard hat damit Erfahrung: Ankündigungen dieser Reichweite verschieben sich in der Branche regelmäßig, und mit Diablo 5 steht im selben Kalender bereits ein zweiter Titel für das Ende des Jahrzehnts.
Die Terranerperspektive ist dabei die naheliegende Wahl. Von den drei Völkern der Reihe ist es das einzige, das sich ohne Bruch auf Augenhöhe erzählen lässt — Zerg und Protoss funktionieren als Fraktion, nicht als Blickwinkel.
Der Genrewechsel trifft eine Reihe mit klarer Identität
Daran entzündet sich die Kritik, und zwar zu Recht. StarCraft ist nicht irgendeine Marke, sondern das Spiel, an dem sich Echtzeitstrategie jahrzehntelang gemessen hat und das eine ganze Wettkampfszene getragen hat. Ein Shooter im selben Universum bedient dieses Publikum nicht, und ein Nachfolger für StarCraft II war in Anaheim kein Thema.
Dass eine Marke das Genre wechselt, ist an sich nichts Neues — das Feld der Echtzeitstrategie hat in den letzten Jahren ohnehin gelitten, wie sich am Vorlauf von Dawn of War 4 und dem Streit um dessen Mehrspielerausrichtung ablesen ließ. Wer Nachschub im Genre sucht, wird derzeit eher bei rundenbasierten Titeln fündig, etwa dort, wo Civilization 7 seine Zeitalter-Struktur überarbeitet hat.
Was hat ein Strategie-Publikum davon?
Kurzfristig nichts, und mittelfristig vermutlich auch nicht das, was es sich gewünscht hätte. Wer auf StarCraft III gehofft hat, bekommt einen Shooter mit dem Logo darauf. Das ist eine Enttäuschung, die sich durch keine Produktionsqualität auflösen lässt.
Der Gegenwert liegt woanders. StarCraft hat eines der dichtesten Sci-Fi-Universen der Spielegeschichte und hat davon bisher fast nur die Feldherrenperspektive gezeigt. Eine offene Welt, in der die Kämpfe aus Bodenhöhe stattfinden, kann diesem Stoff tatsächlich etwas hinzufügen — vorausgesetzt, das Studio behandelt ihn als Science-Fiction und nicht als Kulisse für einen weiteren Militärshooter.
Bis dahin bleibt es bei zwei alten Spielen und einer Anmeldeliste. Für alle, die den Namen aus den Neunzigern kennen, ist das ein reichlich langer Vorlauf — Anlass für Wetten in der Kommentarspalte gibt er trotzdem her.
