Die Nintendo Switch 2 steht vor einem Preisanstieg — und trotzdem gibt sich der Konzern aus Kyoto erstaunlich selbstsicher. Was steckt dahinter, wenn Nintendo gleichzeitig die Preise erhöht und die Produktion hochfährt?
Switch 2: Fast 20 Millionen Einheiten im ersten Jahr
Bevor die Schattenseiten aufs Tableau kommen, lohnt ein Blick auf die Zahlen: Bis Ende März 2026 hat Nintendo knapp 19,86 Millionen Switch-2-Konsolen ausgeliefert. Dazu kommen rund 48,71 Millionen verkaufte Spiele — ein starkes Ergebnis für ein einziges Startjahr. Der Konzernumsatz hat sich durch den Launch nahezu verdoppelt und lag zuletzt bei umgerechnet rund 12,55 Milliarden Euro, der operative Gewinn stieg dabei um etwa 27 Prozent. Mit Titeln wie Donkey Kong Bananza, Pokémon Legends: Z-A und dem neuen Star-Fox-Remake hielt Nintendo die Nachfrage über das gesamte erste Jahr konstant hoch.
Preiserhöhung Switch 2: Mehr zahlen ab September
Zum 1. September 2026 greift Nintendo weltweit in die Preisschraube. In Europa klettert die UVP von 469,99 Euro auf 499,99 Euro — ein Aufschlag von 30 Euro. In den USA fällt die Erhöhung mit 50 US-Dollar spürbarer aus: Dort steigt der Preis von 449,99 auf 499,99 Dollar. Für Japan galt ein früherer Stichtag, dort wurde der Preis der japanischsprachigen Variante bereits am 25. Mai 2026 angepasst. Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa begründete den Schritt mit gestiegenen Komponentenkosten — vor allem beim Speicher — sowie mit dem schwachen Yen und den allgemein veränderten globalen Marktbedingungen.
Der eigentliche Treiber im Hintergrund: Der KI-Boom hat den Markt für RAM-Chips massiv durcheinandergewirbelt. Große Technologiekonzerne kaufen Speicherkapazitäten für ihre Rechenzentren auf, sodass für Konsolenhersteller wie Nintendo weniger Kapazität zu günstigeren Konditionen übrig bleibt. Furukawa räumte ein, dass selbst die angehobenen Preise die gestiegenen Produktions- und Versandkosten nicht vollständig auffangen. Eine weitere Preisrunde in der Zukunft schließt er ausdrücklich nicht aus.
Produktion hochgefahren — trotz gedämpfter Prognosen
Hier liegt die eigentliche Spannung: Laut einem Bloomberg-Bericht hat Nintendo die geplante Produktionsmenge für das laufende Geschäftsjahr 2026/2027 auf 20 Millionen Einheiten nach oben korrigiert. Das liegt deutlich über der ursprünglich kommunizierten Planung.
Gleichzeitig erwartet Nintendo beim Absatz im selben Zeitraum nur 16,5 Millionen verkaufte Konsolen — ein Rückgang von rund 17,5 Prozent gegenüber dem Startjahr. Das klingt auf den ersten Blick widersprüchlich. Offenbar kalkuliert Nintendo damit, einen Nachfrageschub kurz vor dem Preisanstieg mitzunehmen: Wer die Switch 2 ohnehin kaufen wollte, könnte durch das klare Datum noch einmal angeschoben werden. Außerdem schafft eine höhere Produktion Puffer für ein starkes Softwareaufgebot.
Software soll die Lücke füllen
Für das laufende Jahr setzt Nintendo stark auf den Softwarebereich, wo ein Absatz von 60 Millionen Spielen und ein Plus von rund 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr angepeilt werden. Der Spielekalender gibt da einiges her: Neben dem Star-Fox-Remake, Splatoon Raiders und neuen Fire-Emblem-Titeln kommen mit Pragmata (Capcom), Indiana Jones und der Große Kreis (Bethesda) sowie 007 First Light (IO Interactive) auch starke Third-Party-Titel. Zudem kursieren Gerüchte um ein mögliches Ocarina of Time-Remake — offiziell bestätigt ist davon bislang nichts.
| Region | Alter Preis | Neuer Preis ab September 2026 |
|---|---|---|
| Europa | 469,99 € | 499,99 € |
| USA | 449,99 $ | 499,99 $ |
| Kanada | 629,99 CAD | 679,99 CAD |
Nintendo befindet sich damit in guter Gesellschaft: Sony hat den PS5-Preis seit Launch mehrfach angehoben, Microsoft zog im Jahr 2025 mit den Xbox-Series-Konsolen nach. Die Preiserhöhung der Switch 2 ist kein Sonderfall — sie ist ein Branchentrend.
Wie seht ihr das: Zieht ihr den Kauf noch vor September vor, oder ist euch der Aufpreis egal? Schreibt's in die Kommentare oder diskutiert mit uns auf dem AKMG-Discord!
