7 Days to Die: Dedicated Server
Dieser Guide erklärt, wie du in 7 Days to Die einen Dedicated Server aufsetzen und konfigurierst. Er deckt alle notwendigen Schritte ab — von der Installation über die Konfiguration der serverconfig.xml bis hin zu Netzwerkfreigaben und laufendem Betrieb.
Voraussetzungen für einen Dedicated Server
Hardware-Mindestanforderungen
| Komponente | Minimum | Empfohlen |
|---|---|---|
| CPU | Dual Core, 2,4 GHz | Quad Core, 3,2+ GHz (hohe Single-Core-Taktrate bevorzugen) |
| RAM | 8 GB | 16 GB+ |
| Speicher | 12 GB (HDD) | SSD/NVMe |
| Upload-Bandbreite | ~50–100 KB/s pro Spieler | ≥ 2 Mbps für 10 Spieler |
- Das Spiel ist stark auf Single-Thread-CPU-Leistung angewiesen — vor allem bei Blutmondnächten und hohem Zombie-Aufkommen.
- SSD oder NVMe reduziert I/O-Wartezeiten beim Laden und Speichern von Weltdaten deutlich, gerade bei mehreren gleichzeitig aktiven Spielern.
Software-Voraussetzungen
- Windows (64-Bit) oder Linux (z. B. Debian/Ubuntu) als Betriebssystem
- SteamCMD oder Steam-Client installiert
- Microsoft Visual C++ Redistributables 2022 (unter Windows zwingend erforderlich)
- Einen Texteditor für XML-Dateien — empfohlen wird Notepad++
Dedicated Server installieren
Via Steam (Windows, einfachste Methode)
- Steam öffnen und in der Bibliothek nach 7 Days to Die suchen.
- Den Eintrag „7 Days to Die Dedicated Server" unter den Tools installieren.
- Den Installationspfad merken — standardmäßig:
`` C:\Program Files (x86)\Steam\steamapps\common\7 Days to Die Dedicated Server ``
Via SteamCMD (Windows & Linux)
Der Dedicated Server ist über die Steam-App-ID 294420 kostenlos verfügbar — eine eigene Spiellizenz wird dafür nicht benötigt.
Stable Build herunterladen:
steamcmd +force_install_dir "C:\Server\7dtd" +login anonymous +app_update 294420 validate +quit
Experimental Build herunterladen:
steamcmd +force_install_dir "C:\Server\7dtd" +login anonymous +app_update 294420 -beta latest_experimental validate +quit
serverconfig.xml konfigurieren
Die gesamte Serverkonfiguration des Dedicated Servers läuft über die Datei serverconfig.xml im Installationsverzeichnis. Nur den Inhalt des value=-Attributs ändern — die Struktur der Datei selbst nicht anfassen.
==Empfehlung: Die Standarddatei nicht direkt bearbeiten. Benenne sie um und passe den Startparameter -configfile= entsprechend an.==
Wichtige Parameter im Überblick
| Parameter | Bedeutung | Beispielwert |
|---|---|---|
ServerName | Anzeigename im Serverbrowser | AKMG 7DTD Server |
ServerPassword | Passwort für den Beitritt | geheimespasswort |
ServerPort | Haupt-Port des Servers | 26900 |
ServerVisibility | Sichtbarkeit: 2 = öffentlich, 1 = nur Freunde, 0 = unsichtbar | 0 (für Clanserver) |
ServerDescription | Beschreibungstext im Browser | beliebig |
Region | Serverregion | Europe |
GameWorld | Karte: Navezgane (Story) oder RWG (prozedural) | RWG |
WorldGenSeed | Seed für prozedurale Welten | beliebig |
WorldGenSize | Weltgröße in Meter (z. B. 6144, 8192, 10240) | 8192 |
GameName | Spielname / Speicherstand-Bezeichner | AKMGworld |
MaxSpawnedZombies | Max. gleichzeitig aktive Zombies | 64 |
BloodMoonFrequency | Blutmond-Intervall in Spieltagen | 7 |
LootAbundance | Loot-Häufigkeit in Prozent | 100 |
PlayerKillingMode | PvP-Einstellung (0–3) | 0 (kein PvP) |
LandClaimSize | Durchmesser der Schutzzone | 41 |
Beispiel: Minimale serverconfig.xml (Ausschnitt)
<property name="ServerName" value="AKMG 7DTD Server"/>
<property name="ServerPassword" value="geheimespasswort"/>
<property name="ServerPort" value="26900"/>
<property name="ServerVisibility" value="0"/>
<property name="Region" value="Europe"/>
<property name="GameWorld" value="RWG"/>
<property name="WorldGenSeed" value="akmg2024"/>
<property name="WorldGenSize" value="8192"/>
<property name="GameName" value="AKMGworld"/>
<property name="MaxSpawnedZombies" value="64"/>
<property name="PlayerKillingMode" value="0"/>
Server starten
Windows
7DaysToDieServer.exe -quit -batchmode -nographics -configfile=serverconfig.xml -dedicated
Alternativ: Doppelklick auf startdedicated.bat im Serververzeichnis.
Beim ersten Start generiert der Server die Welt — das kann je nach Kartengröße und CPU mehrere Minuten dauern. Den Prozess nicht unterbrechen.
Linux
./startserver.sh -configfile=serverconfig.xml
Damit der Server nach dem Trennen der SSH-Verbindung weiterläuft, einen Terminal-Multiplexer wie screen oder tmux verwenden:
screen -S 7dtd ./startserver.sh -configfile=serverconfig.xml
# Detach mit Ctrl+A, dann D
Netzwerk & Ports freigeben
Ohne korrekte Portfreigaben ist der Dedicated Server von außen nicht erreichbar.
Benötigte Ports
| Port(s) | Protokoll | Zweck |
|---|---|---|
26900 | TCP + UDP | Haupt-Spielport |
26901–26902 | UDP | Steam-Kommunikation / Verbindungsaufbau |
8080 | TCP | Web Control Panel (optional) |
8081 | TCP | Telnet-Verwaltungszugang (optional) |
Vorgehen
- Im Router Port Forwarding einrichten: alle oben genannten Ports auf die lokale IP-Adresse der Servermaschine weiterleiten.
- In der Firewall des Betriebssystems Inbound-Regeln für die Ports anlegen.
Linux (UFW):
sudo ufw allow 26900:26902/tcp
sudo ufw allow 26900:26902/udp
sudo ufw allow 26900/tcp
sudo ufw allow 26900/udp
Windows (PowerShell als Admin):
New-NetFirewallRule -DisplayName "7DTD Server" -Direction Inbound -Protocol TCP -LocalPort 26900,8080,8081 -Action Allow
New-NetFirewallRule -DisplayName "7DTD Server UDP" -Direction Inbound -Protocol UDP -LocalPort 26900-26902 -Action Allow
Verbindung testen
- Eigene öffentliche IP ermitteln: Im Browser nach „meine IP" suchen.
- Im Spiel: Join a Game → Connect to IP — dort
IP:26900eingeben. - Lokale Verbindung (selbe Maschine):
127.0.0.1:26900
Admin-Verwaltung
Spieler als Admin eintragen
Die Datei serveradmin.xml (liegt im UserDataFolder des Servers) steuert Berechtigungen. Die eigene SteamID64 einzutragen gibt vollen Admin-Zugriff über Konsolen-Befehle im Spiel.
<users>
<user steamID="76561198XXXXXXXX" name="AdminName" permission_level="0"/>
</users>
permission_level="0" = höchste Berechtigung (voller Zugang).
Konsolen-Befehle (Telnet / In-Game)
| Befehl | Funktion |
|---|---|
shutdown | Server sauber beenden |
say "Nachricht" | Servernachricht an alle Spieler |
kick [Spielername] | Spieler entfernen |
ban add [SteamID] | Spieler dauerhaft sperren |
setgamepref [Param] [Wert] | Spieleinstellung zur Laufzeit ändern |
mem | RAM-Auslastung anzeigen |
Betrieb & Performance-Tipps
Automatische Neustarts einrichten
Der 7 Days to Die Dedicated Server hat ein bekanntes Memory-Leak-Problem bei langen Laufzeiten. Regelmäßige Neustarts stabilisieren die Performance.
- Windows: Task Scheduler mit täglichem Restart-Skript (z. B. um 4:00 Uhr)
- Linux: Cron-Job:
``bash 0 4 * /path/to/7dtd/startserver.sh -configfile=serverconfig.xml ``
Weltdaten sichern
Vor jedem Update und regelmäßig im Betrieb das Saves-Verzeichnis komplett sichern:
%APPDATA%\7DaysToDie\Saves\ (Windows)
~/.local/share/7DaysToDie/Saves/ (Linux)
Updates können das Speicherformat ändern — ohne Backup kein Rollback möglich.
Performance-Stellschrauben in der serverconfig.xml
| Parameter | Effekt bei Reduzierung |
|---|---|
MaxSpawnedZombies | Senkt CPU-Last, besonders während Blutmondnächten |
MaxSpawnedAnimals | Entlastet CPU bei großen Welten |
ServerMaxAllowedViewDistance | Reduziert Chunk-Streaming-Last |
LootRespawnDays | Beeinflusst Spielbalance, kaum CPU-Auswirkung |
- Mods wie Darkness Falls oder Undead Legacy erhöhen den RAM- und CPU-Bedarf erheblich — vor dem Servereinsatz im Singleplayer testen.
- Serverdaten auf SSD oder NVMe ablegen: 7DTD liest und schreibt Weltdaten kontinuierlich, besonders bei Horde-Nächten.
Server aktualisieren
Nach jedem Patch-Release müssen die Serverdateien manuell aktualisiert werden:
steamcmd +force_install_dir "C:\Server\7dtd" +login anonymous +app_update 294420 validate +quit
Immer zuerst die Welt sichern, dann den Server stoppen, danach erst aktualisieren.
Die serverconfig.xml nach einem Update auf neue oder entfernte Parameter prüfen — die Datei entwickelt sich mit dem Spiel weiter.