Ein lokales Koop-Spiel, ein Mitspieler zweihundert Kilometer weiter, und nur eine gekaufte Kopie: Steam löst das über eine Funktion, die in der Freundesliste sitzt und kaum jemand bewusst sucht. Wer Remote Play Together einrichten will, ist in zwei Minuten durch. Die Bedingungen dahinter verteilen sich allerdings über drei verschiedene Valve-Seiten.

Remote Play Together einrichten: Overlay öffnen, Freund einladen

Der Ablauf ist kurz. Der Gastgeber startet ein Spiel, das die Funktion unterstützt, öffnet mit Shift + Tab das Steam-Overlay, klickt in der Freundesliste mit der rechten Maustaste auf den gewünschten Namen und wählt dort Remote Play Together. Beim Eingeladenen öffnet sich die Sitzung über Steam selbst oder über die Steam-Link-App.

Von da an läuft das Spiel weiter auf dem Rechner des Gastgebers. Die anderen bekommen Bild und Ton als Stream, ihre Eingaben gehen denselben Weg zurück.

Jeder Teilnehmer benutzt seinen eigenen Controller. Maus und Tastatur bleiben zunächst beim Gastgeber; er kann sie im Overlay freigeben oder gesperrt lassen. Wer unterwegs ist, nimmt die Einladung in der Steam-Chat-App an (Android ab 6.0, iPhone und iPad ab 11.0) und spielt anschließend über die Steam-Link-App mit. Kosten entstehen keine.

Eine Lizenz reicht, aber nur ein Gast kommt ohne Steam-Konto

Die Steamworks-Dokumentation formuliert den Kern in einem Satz: Nur der Gastgeber muss das Spiel besitzen und installiert haben. Alle anderen verbinden sich über die Streaming-Technik dahinter. Auf der Funktionsseite nennt Valve bis zu vier weitere Spieler, bei schnellen Verbindungen auch mehr.

Die zweite Hälfte der Regel wird selten mitgeliefert, und sie entscheidet darüber, ob der Abend klappt. In der Ankündigung zur Einladung per Link hält Valve fest: Genau ein Mitspieler darf ohne eigenes Steam-Konto über einen solchen Link beitreten. Jeder weitere muss in der Freundesliste des Gastgebers stehen und wird dort per Rechtsklick dazugeholt. Wer also drei Leute zusammentrommeln will, von denen keiner Steam nutzt, kommt mit der Funktion nicht weit.

Der Link-Gast wird vor dem Beitritt aufgefordert, die Steam-Link-App zu installieren. Liegt Steam ohnehin auf seinem Rechner, übernimmt Steam die Sitzung.

Stand der Angaben

Spielerzahl und Link-Regel stammen aus Valves eigener Funktionsseite und der Ankündigung im offiziellen Remote-Play-Forum. Eine Mindestbandbreite nennt Valve an keiner Stelle, es bleibt bei der Formulierung, dass eine schnelle Verbindung nötig ist.

Warum fehlt der Eintrag bei manchen Spielen?

Weil das Studio ihn abgeschaltet hat. Laut Steamworks-Dokumentation ist Remote Play Together bei lokalen Koop-Spielen, lokalen Mehrspielerspielen und Titeln mit geteiltem Bildschirm automatisch aktiv. Entwickler können die Funktion aber nach eigenem Ermessen deaktivieren. Fehlt der Menüpunkt, liegt das also nicht am eigenen Client und auch nicht an fehlenden Rechten.

Zwei weitere Grenzen stehen fest: Reine Online-Mehrspieler-Titel fallen ohnehin heraus, weil die Funktion für den geteilten Bildschirm gedacht ist. Und für VR unterstützt Valve sie nicht, das steht als Fußnote auf der eigenen Seite.

Die Auswahl lässt sich im Shop nachzählen

Wie groß die Auswahl tatsächlich ist, zeigt die Steam-Suche mit dem Kategoriefilter für Remote Play Together. Darin stecken auch Erweiterungen und Zusatzinhalte, eine reine Spieleliste ist das Ergebnis also nicht, und es ändert sich mit jedem neuen Titel.

Für den eigenen Bestand gibt es den kürzeren Weg: In der Steam-Bibliothek die erweiterten Filter öffnen, unter Features den Eintrag Remote Play Together setzen und das Ergebnis als dynamische Sammlung speichern. Danach steht die Liste dauerhaft in der Bibliothek. Inhaltlich ist das dieselbe Grundmenge, aus der sich auch Spiele mit geteiltem Bildschirm am PC speisen, denn Titel ohne lokalen Mehrspielermodus tauchen hier gar nicht erst auf.

Gemütliche Runden ja, Reaktionsspiele nein

Der Gewinn ist für Gruppen mit zerfaserten Terminen am größten: Ein Spiel, das eigentlich zwei Leute auf einem Sofa voraussetzt, wird zu etwas, das donnerstags um halb zehn aus zwei Wohnungen funktioniert. Dazu kommt der Nebeneffekt, dass niemand ein Spiel kaufen muss, um es eine Stunde lang auszuprobieren.

Der Preis dafür steckt in der Technik. Alles, was die Gäste sehen, ist ein Videostream vom Rechner des Gastgebers, und jede Eingabe muss den Weg zurück nehmen. Damit hängt der Abend an dessen Upload und an der Latenz der Beteiligten und nicht an der Hardware der Gäste, die im Zweifel ein altes Notebook benutzen dürfen. Rundenbasierte und gemütliche Aufbauspiele und alles, wo eine Zehntelsekunde nichts entscheidet, verträgt das gut. Prügelspiele und Jump-and-Runs mit engen Sprüngen merken es sofort.

Eine Verwechslung lohnt sich ebenfalls nicht: Mit echtem Crossplay hat das nichts zu tun. Beim Crossplay laufen eigenständige Kopien auf mehreren Plattformen zusammen. Welche Survival-Titel das tatsächlich beherrschen, steht in der Übersicht zum Crossplay bei Survival-Spielen. Hier dagegen läuft exakt eine Kopie, auf exakt einem Rechner.

Sollen am Ende doch alle ihre eigene Fassung haben, ist der andere Weg die Steam-Familie mit geteilter Bibliothek. Die kostet ebenfalls nichts, bindet dafür aber Konten aneinander und hat eigene Grenzen.

Die Funktion kostet nichts, und ein Abend mit einem Titel, den ohnehin beide spielen wollten, ist der ehrlichste Test. Unter dem Beitrag ist Platz für die Titel, die bei euch sauber durchgelaufen sind.

Quellen