Wer seine Steam Bibliothek teilen will, macht das seit Anfang 2025 über Steam-Familien. Die alte Familienfreigabe ist abgeschaltet, das Nachfolgesystem kann deutlich mehr — bringt aber zwei Regeln mit, die man besser vor dem Einrichten kennt als danach.

Stand: 26. August 2026

Die Angaben stammen aus Valves Support-Dokumentation zu Steam-Familien. Valve hat die Haushaltsprüfung zuletzt verschärft; einzelne Regeln können sich ändern.

Bis zu sechs Konten: Was eine Steam-Familie kann

Eine Steam-Familie besteht aus höchstens sechs Konten, die laut Valve demselben Haushalt angehören sollen. Alle Mitglieder greifen auf eine gemeinsame Bibliothek zu, in die jeder seine freigabefähigen Spiele einbringt.

Der wichtigste Unterschied zum alten System steckt im gleichzeitigen Spielen. Früher war die komplette Bibliothek gesperrt, sobald ein Mitglied irgendetwas daraus startete — wer zur selben Zeit spielen wollte, schaute in die Röhre. Heute können mehrere Personen parallel spielen, solange es verschiedene Titel sind.

Was ihr vorhabt Geht das? Bedingung
Zwei Leute, zwei verschiedene Spiele Beide Titel in der Familienbibliothek
Zwei Leute, derselbe Titel gleichzeitig Dafür braucht es zwei gekaufte Kopien
Kind mit eigenem Konto einbinden Kindersicherung inklusive
Jedes Spiel der Bibliothek teilen 🔄 Entwickler können die Freigabe untersagen
Gleichzeitig in zwei Familien sein Immer nur eine Familie pro Konto

Dass nicht jeder Titel teilbar ist, wird gern übersehen. Die Entscheidung liegt beim Entwickler, und wo sie negativ ausfällt, muss das Spiel schlicht zweimal gekauft werden.

Kindersicherung: Spielzeit, Sichtbarkeit und Kaufanfragen

Für Familien mit Kindern ist das eigentliche Argument nicht die geteilte Bibliothek, sondern das, was drumherum hängt. Erwachsene legen fest, welche Spiele Kinderkonten überhaupt sehen, kaufen und starten dürfen. Dazu kommen Spielzeitlimits und ein Anfragesystem: Das Kind bittet um einen Kauf, ein Erwachsener bestätigt oder lehnt ab.

Kinderkonten können sich außerdem nicht selbst aus der Familie entfernen — das geht nur über einen Erwachsenen.

Zwei Regeln mit Folgen: Die Jahressperre und die Cheat-Haftung

Hier wird es unangenehm, und genau diese beiden Punkte fehlen in den meisten Anleitungen.

Erstens die Jahressperre. Erwachsene dürfen eine Familie jederzeit verlassen. Danach vergeht allerdings ein Jahr, bevor sie einer neuen beitreten dürfen. Der frei gewordene Platz in der alten Familie bleibt ebenfalls ein Jahr lang gesperrt. Eine Familie ist damit keine Sache, die man mal eben umbaut.

Zweitens die Cheat-Haftung. Wird ein Familienmitglied beim Betrügen in einem Spiel erwischt, das jemand anderes aus der Familie gekauft hat, sind beide Konten für diesen Titel gesperrt. Das eigene Konto haftet also für das Verhalten der Mitglieder.

Ein Jahr Bindung: Warum die Entscheidung schwerer wiegt als gedacht

In der Praxis verschiebt die Jahressperre den Charakter der Funktion. Steam-Familien sind nichts, was man zum Ausprobieren einrichtet und bei Nichtgefallen wieder auflöst. Wer sich zusammentut, sollte sich sicher sein — sonst blockiert man sich gegenseitig zwölf Monate lang einen Platz.

Für den typischen Fall in dieser Altersgruppe — Partnerin oder Partner im selben Haushalt, vielleicht ein Kind mit eigenem Konto — ist das unproblematisch. Diese Konstellationen ändern sich selten kurzfristig. Kritisch wird es bei allem, was eher nach Zweckgemeinschaft aussieht: Mitbewohner, die in einem Jahr ausziehen, oder Freunde, bei denen die Haushaltsprüfung ohnehin zur Stolperfalle wird.

Die Cheat-Haftung ist der zweite Punkt, über den man einmal nachdenken sollte, statt ihn zu überlesen. Sie ist nachvollziehbar — ohne sie wäre die Familienfreigabe ein bequemer Weg, gesperrte Konten zu umgehen. Für die betroffene Person heißt es aber, dass ein fremder Fehler das eigene Spiel unbrauchbar macht. Bei einem Kinderkonto ist das ein Argument, die Aufsicht ernst zu nehmen statt sie nur einzuschalten.

Unterm Strich lohnt sich die Einrichtung trotzdem für fast jeden Haushalt mit mehr als einem Spieler. Zwei Personen, die abends unterschiedliche Titel spielen, sparen sich damit jede zweite Anschaffung — und genau das war unter der alten Freigabe nicht möglich. Wer ohnehin gemeinsam spielt, findet über Steam-Gratiswochenenden zusätzlich günstigen Nachschub, und für Koop-Runden zu zweit liefert etwa Subnautica 2 mit seinem Buddy-System ein Beispiel dafür, wie stark der Unterschied ausfällt.

Die offene Frage ist, wie streng Valve die Haushaltsprüfung künftig auslegt. Verschärft wurde sie bereits, wie weit sie geht, lässt sich von außen nicht beurteilen. Wer sich auf eine Konstruktion am Rand der Regeln verlässt, geht damit ein Risiko ein, das er nicht steuern kann.

Wie ihr es handhabt, ob überhaupt und mit wem, ist unten die interessantere Frage.

Quellen