Auf Valves Support-Seite stehen genau vier Geräte als „Powered by SteamOS": Steam Deck, Steam Machine, Steam Frame und das Lenovo Legion Go S. Alles andere, vom ROG Ally über das erste Legion Go bis zu sonstigen AMD-Handhelds, läuft dort unter „Beta SteamOS Support". SteamOS auf anderem Handheld hat seit dem Stable-Release 3.9.5 also eine offizielle Anleitung und eine eigene Stufe, aber keine Zusage. Die Release Notes sagen dazu weniger, als man hofft, und zwei Punkte sind in den Quellen uneinheitlich.
Stand der Angaben
Support-Seiten und Release Notes von Valve wurden am 2. November 2026 gelesen. Valves Beitrag zu SteamOS 3.9.5 trägt den Zeitstempel 23. Oktober, 22:04 Uhr UTC, in Deutschland war es da schon der 24. Oktober; Medien nennen deshalb mal den einen, mal den anderen Tag. Welches Gerät in welcher Stufe steht, kann Valve jederzeit ändern.
SteamOS auf anderem Handheld: Was Valve zusagt und was nicht
Valves Installationsseite trennt zwei Spalten. In der einen stehen die „Powered by SteamOS"-Geräte, in der anderen unter „Beta SteamOS Support" das Legion Go, das ROG Ally, das ROG Ally X, sonstige AMD-Handhelds und AMD-Grafikkarten im PC. Für alles außerhalb der ersten Spalte schreibt Valve, der Steam Support könne bei hardwarespezifischen Problemen nur eingeschränkt helfen. Fehler sollen im SteamOS-GitHub gemeldet werden, wo die Entwickler Kompatibilitätsberichte verfolgen.
Was in der Beta-Spalte konkret fehlt, steht dort nicht: keine Funktionsliste, keine Geräte, die ausfallen. Auch das Wort „enhanced support", das ein Drittanbieter-Guide für diese Stufe verwendet, kommt auf Valves Seiten nicht vor; Valve schreibt „Beta". Die Tabelle spricht außerdem durchgehend von AMD. Intel-Handhelds erscheinen in den Notes nur am Rand, etwa mit einem Bluetooth-Fix und „initial firmware for upcoming Intel handhelds" in 3.8. Eine Support-Zusage ist das nicht. Die Gegenseite, Valves eigene Steam Machine, hat die volle Stufe; ob sich das Gerät lohnt, klärt der Beitrag zur Steam Machine.
3.9.5 nennt für Fremdgeräte nur wenige Namen
Die Notes fassen alles seit dem stabilen 3.8 zusammen und sind vor allem für Valves eigene Geräte geschrieben. Für Fremd-Handhelds finden sich zwei Zeilen zum Legion Go 2 (ein behobener Systemabsturz beim Start von Forza Horizon 6, eine vorläufige Helligkeitssteuerung) und eine zu „some ASUS devices": Ein Firmware-Problem, das nach dem Aufwachen zu übermäßig hoher Lüfterdrehzahl führte, wird umgangen. Welche ASUS-Modelle gemeint sind, schreibt Valve nicht, das ROG Ally steht in den 3.9-Notes nicht namentlich. Dazu kommen Linux 7.2 als Kernel und Plasma 6.7.3 im Desktop-Modus.
Mehr Gerätearbeit steckt im Vorgänger. Die 3.8-Notes vom Juni führen unter „Non-Deck" Controller-, TDP- und Lautsprecher-Unterstützung für die ROG-Xbox-Ally-Reihe auf, einen Fix für den Stromverbrauch des Fingerabdrucklesers im ausgeschalteten ROG Ally und einen Fix für das Trackpad des Legion Go nach dem Aufwachen. Das Wartungsupdate 3.8.28 vom 25. September behebt Akkuanzeige-Fehler auf Legion-Go-Modellen und ein Einfrieren des MSI Claw nach dem Aufwachen mit eingesteckter SD-Karte. Die Fehlerlisten legen eine Lesart nahe, die Valve so nicht schreibt: Zuletzt klemmte es bei Fremdgeräten an Standby und Aufwachen, Akkuanzeige, Eingabegeräten und SD-Karten. Wer die Alternativen im Überblick sehen will, findet sie im Handheld-PC-Vergleich.
Wie fertig ist der Ruhezustand wirklich?
Hier laufen die Quellen auseinander. Valves Notes sagen: vorläufige Unterstützung für Hibernation, noch nicht im Spielemodus sichtbar, auf dem Steam Deck wegen eines offenen Treiberfehlers nicht aktiviert. In der Beta 3.9.4 hatte Valve ihn für das Deck sogar ausdrücklich abgeschaltet. PCGH ordnet das in einer Tabelle etwas weiter: vorläufig vorhanden auf allen Geräten außer dem Deck, nur eben nicht im Spielemodus sichtbar.
Welche Fremdgeräte den Ruhezustand tatsächlich beherrschen, sagt keine der gelesenen Quellen. Für ein ROG Ally oder Legion Go heißt das: Im Spielemodus gibt es keinen Schalter, und eine Zusage gibt es auch nicht. Wer anderswo von einem fertigen Ruhezustand liest, liest mehr, als in Valves Notes steht.
Sichere zuerst Windows und alle Spielstände, dann erst den Stick
Der Weg laut Valve ist schlicht und endgültig. Du brauchst einen USB-Stick mit mindestens 8 GB, schreibst das Recovery-Image von Valves Download-Seite mit Rufus darauf (das formatiert den Stick) und startest das Gerät über das Boot-Menü vom Stick. Für die meisten Geräte außer dem Deck muss dafür Secure Boot im BIOS abgeschaltet sein; Valve beschreibt die Klickfolge für das Legion Go und das ROG Ally. Dann wählst du „Wipe Device & Install SteamOS". Der Name ist wörtlich gemeint: Valve schreibt, das Gerät werde vollständig gelöscht und mit Standard-SteamOS bestückt.
Drei Lücken in Valves Seite sind für dich wichtiger als jeder Klick. Ein Weg zurück zu Windows wird dort nicht beschrieben. Du brauchst also vorher ein eigenes Windows-Installationsmedium und die Treiber deines Herstellers, bevor du löschst. Einen Parallelbetrieb mit Windows beschreibt Valve nicht; in den Notes zu 3.7.8 taucht lediglich ein Fix für doppelte Boot-Einträge bei manuell eingerichteten Dual-Boot-Geräten auf. Und ein BIOS-Update führt Valve nicht als Pflichtschritt auf.
Erst die Windows-Werkzeuge prüfen, dann umsteigen
Zuerst betrifft das die Besitzer von ROG Ally und Legion Go, denn ihr Gerät steht in der Beta-Spalte. Ein Drittanbieter-Guide nennt, was dort oft nicht klappt: Herstellertools für Lüfterkurven fehlen unter Linux, Fingerabdruckleser und Zusatztasten laufen teils nicht, manche Mehrspieler-Spiele sperren Linux per Anti-Cheat aus. Das ist eine Einzelquelle, Valve bestätigt es nicht und widerspricht auch nicht. Dasselbe Handbuch rät, die eigenen Spiele vorher auf ProtonDB nachzuschlagen. Behauptungen über längere Akkulaufzeit unter SteamOS gibt es ebenfalls, belegt wurde in den gelesenen Quellen keine; Vergleichsmessungen auf demselben Gerät liegen nicht vor.
Der Gewinn liegt auf der Hand, soweit Valves Notes ihn tragen: eine Oberfläche, die für den Handheld gebaut ist, und Fehlerlisten, in denen auch Geräte außerhalb der Tabelle einzeln vorkommen. Wer vor allem Steam-Spiele startet und ein freies Wochenende hat, kann das ausprobieren. Warten ist sinnvoller, wenn du den Ruhezustand, die Herstellertools oder ein Spiel mit Anti-Cheat brauchst, oder wenn der Handheld dein einziges Gerät ist und ein Neuaufsetzen nicht ausfallen darf. Wer bei Windows bleibt, holt mit den Gaming-Einstellungen von Windows 11 einiges heraus.
Offen bleiben zwei Dinge, die keine Quelle liefert: eine Messung von SteamOS gegen Windows auf demselben ROG Ally und eine Liste dessen, was in der Beta-Stufe wirklich fehlt. Valve führt die Fehlerlisten in den Release Notes weiter, dort ändert sich der Stand zuerst.
Quellen
- Steam Support: SteamOS Installation and Repair (Stufen, Anleitung, Secure Boot)
- Steam Support: SteamOS Recovery and Troubleshooting
- Valve: Release Notes SteamOS 3.9 (3.9.5), Steam-News-Hub Steam Deck
- Valve: Steam-News-Hub Steam Deck (Release Notes zu SteamOS 3.8 und 3.8.28)
- PC Games Hardware: SteamOS 3.9.5 ist fertig
- Held Games: SteamOS auf ROG Ally, Legion Go und MSI Claw installieren
