Thveit Steam-Seite aufgerufen, Wunschliste geklickt — und dann? Das nordische Aufbauspiel von Winter Cats Studios steht seit Juli auf Steam, hat aber bis heute kein Startdatum für den Early Access. Was inzwischen feststeht, sind die Systemanforderungen, das Preismodell und ein Detail, das viele überraschen dürfte.
Der Stand im August 2026: Noch kein Termin
| Angabe | Stand |
|---|---|
| Veröffentlichung | 🔄 „Bald verfügbar", kein Datum genannt |
| Early Access | 🔄 geplant, Dauer laut Studio bis etwa Ende 2027 |
| Entwickler | Winter Cats Studios |
| Publisher | Crytivo |
| Deutsche Sprache | ✅ Oberfläche und Untertitel |
| Mehrspieler | ❌ reines Einzelspieler-Spiel |
Der letzte Punkt ist der wichtigste für alle, die hier normalerweise mitlesen: Thveit hat keinen Koop-Modus. Auf der Steam-Seite steht unter den Funktionen ausschließlich „Einzelspieler". Wer nach einem gemeinsamen Aufbauspiel für die Feierabendrunde sucht, ist hier falsch — das ist ein Spiel für Abende allein am Rechner.
Der Preis steigt mit der Zeit
Winter Cats kündigt ausdrücklich an, den Preis während oder nach dem Early Access schrittweise anzuheben. Wer früh einsteigt, zahlt weniger als beim späteren Vollpreis-Start. Ein konkreter Betrag steht bislang nicht auf der Shopseite.
Was Thveit von Valheim und Co. unterscheidet
Der Vergleich mit Valheim liegt nahe — nordisches Setting, Siedlungsbau, raue Natur — trifft die Sache aber nur halb. Thveit ist kein Überlebensspiel aus der Ich-Perspektive, sondern eine Aufbausimulation, in der ihr Siedler verwaltet statt selbst zuzuschlagen.
Der eigentliche Unterschied liegt bei den Fabelwesen. Sie sind keine Kulisse, sondern ein Wirtschaftssystem mit Gegenleistung. Jedes Wesen bringt laut Steam-Beschreibung eine Warnung, ein Bedürfnis, einen Vorteil und eine Konsequenz mit:
| Wesen | Braucht | Gibt zurück |
|---|---|---|
| Trolle | Mahlzeiten, Platz, Ruhe, eine passende Höhle | Holz, Stein, schwere Arbeit, Uralter Stein, Schutz der Randgebiete |
| Katzen | Nahrung, Wärme, Schlafplätze, sichere Häuser | Komfort, Warnung vor Geistern, Freyas Gunst |
| Drachen | Fleisch, Steinbauten, Wärme, Platz, Bindung | Ansehen, Wärme, Schutz, Handelsruf |
| Geister | Opfergaben, Rituale, Respekt vor ihren Orten | Bessere Fischerei, Landwirtschaft, seltene magische Ressourcen |
Über Forschungsstationen und ein Buch der Kreaturen sammelt ihr, was eure Siedler entdecken — Lebensraum, Vorlieben, Abneigungen und passende Opfergaben. Erst danach entscheidet ihr, ob ihr ein Wesen willkommen heißt, besänftigt oder ihm aus dem Weg geht.
Jahreszeiten als Taktgeber: Der Winter prüft alles
Der zweite Kern des Spiels ist der Jahreszeitenwechsel, und er ist mehr als Optik. Der Frühling fördert Wachstum, der Sommer begünstigt Bauprojekte und Reisen, im Herbst wird eingelagert — Nahrung, Kleidung, Brennstoff, Opfergaben. Der Winter stellt dann jedes System auf die Probe, das ihr in den drei Jahreszeiten davor gebaut habt.
Das ist der klassische Rhythmus dieser Spielgattung, hier aber mit dem Zusatz, dass die Fabelwesen im Winter zu Verbündeten werden können. Wer die Trolle im Sommer ordentlich versorgt hat, bekommt in der kalten Jahreszeit Hilfe.
Was der Rechner mitbringen muss
| Minimum | Empfohlen | |
|---|---|---|
| Prozessor | Ryzen 7 5700U · Core i7-1165G7 | Ryzen 5 7600 · Core i5-13600K |
| Arbeitsspeicher | 8 GB | 16 GB |
| Grafik | GTX 1070 · RX 6600 | RTX 3070 · RX 9060 |
| Speicherplatz | 10 GB | 10 GB |
Das ist moderat und dürfte auf den meisten Rechnern laufen, die in den letzten fünf Jahren gebaut wurden — angenehm in einem Jahr, in dem die Speicherpreise jede Aufrüstung zur Rechenaufgabe machen. Ein Punkt fällt trotzdem auf: Steam listet eine Breitband-Internetverbindung unter den Mindestanforderungen, obwohl es sich um ein Einzelspieler-Spiel handelt. Warum, erklärt das Studio nicht.
Ein Spiel für den Abend, an dem sonst niemand online ist
Für Gruppen, die zusammen spielen wollen, ist Thveit ein zwiespältiger Fall. Das Setting passt, die Bildsprache passt, die Ruhe passt — aber ohne Mehrspieler fällt es aus allem heraus, was man gemeinsam spielen kann. Es ist ein Spiel für den Abend, an dem sonst niemand online ist.
Der fehlende Termin spricht dafür, sich nicht festzulegen. Ein Studio, das den Early Access ankündigt, ohne ein Datum zu nennen, hat das Datum in der Regel selbst noch nicht. Bis dahin ist die Wunschliste der richtige Ort — sie kostet nichts und meldet sich, wenn es losgeht.
Auffällig offen ist dabei die Steam-Seite: Dass der Preis steigen wird, steht dort ausdrücklich, statt es hinterher als Überraschung zu verkaufen. Dasselbe gilt für die Early-Access-Dauer bis etwa Ende 2027 — das sind mehr als zwölf Monate Bauzeit, mit denen man rechnen sollte, statt eine schnelle Fertigstellung zu erwarten.
Zurückhaltung ist beim Fabelwesen-System angebracht. Auf dem Papier liest es sich hervorragend, aber ob es tatsächlich Entscheidungen erzwingt oder am Ende nur eine weitere Ressourcenkette ist, lässt sich vor dem Spielen nicht beurteilen. Die erste Woche nach dem Start wird das zeigen. Wie das Spiel ursprünglich angekündigt wurde, steht im Beitrag zu Thveit als Städtebauspiel im nordischen Steam-EA; wer den nordischen Rahmen lieber zu mehreren erlebt, findet ihn weiterhin bei Valheim, das im September seine 1.0 erreicht.
Bis zum Start bleibt die Wunschliste der einzige sinnvolle Schritt — sie kostet nichts und meldet sich von selbst. Ob ein reines Einzelspieler-Aufbauspiel euch überhaupt noch reizt, steht auf einem anderen Blatt und gern in den Kommentaren.
