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Ein eigener Enshrouded Dedicated Server ist der Unterschied zwischen „wir spielen, wenn der Host Zeit hat" und „Embervale läuft einfach durch". Für einen Enshrouded Dedicated Server brauchst du keine zweite Spielkopie – nur eine Maschine, die rund um die Uhr an bleibt, und rund eine Stunde Ruhe. Vor dem 1.0-Release lohnt sich das Setup doppelt, weil dann garantiert alle gleichzeitig loswollen.
Was ein Enshrouded Dedicated Server an Hardware braucht
Die Serversoftware ist ein Windows-Build. Auf Linux läuft sie über Wine beziehungsweise Proton – das machen auch die meisten Mietanbieter so, funktioniert stabil, kostet dich aber einen Zwischenschritt bei der Einrichtung.
Beim Speicher ist Keen Games ungewöhnlich konkret: Im Leerlauf belegt der Prozess rund 4,4 GB, voll besetzt landet er bei etwa 6 GB. Plane trotzdem Luft ein, denn der Verbrauch wächst mit dem Alter und der Bebauung deiner Welt. Auf der Platte solltest du etwa 30 GB frei halten, allein die Serverdateien liegen im Bereich von 13 GB.
Beim Prozessor zählt Takt mehr als Kernzahl. Für vier bis sechs Leute reicht ein Sechskerner ab etwa 3,2 GHz, für die volle Besetzung solltest du eher acht Kerne ansetzen. Und rechne mit ungefähr 2 Mbit/s Upload pro Spieler – daran scheitern Heimserver häufiger als an der CPU.
Wer dauerhaft hosten will, fährt mit einem stromsparenden Mini-PC 16GB RAM* besser als mit dem alten Tower im Keller. Eine NVMe SSD 1TB* dazu, und das Speichern der Welt hakt nicht mehr mitten im Spiel.
Installation über SteamCMD
Die Serverdateien liegen unter der App-ID 2278520 und sind kostenlos. Du loggst dich in SteamCMD anonym ein, brauchst also keinen Account mit Spielbesitz.
Leg dir ein eigenes Verzeichnis an, etwa C:\enshrouded-server oder ~/enshrouded-server, und installiere dorthin. Unter Linux fehlen oft noch die 32-Bit-Abhängigkeiten von SteamCMD – nachinstallieren, sonst bricht der Download ab. Danach startest du die Server-Executable einmal, damit die Konfigurationsdatei erzeugt wird.
Portfreigabe
Standardmäßig nutzt der Server UDP 15636 für den Spielverkehr und UDP 15637 für Abfragen. Beide Ports müssen in der Firewall des Hosts und im Router auf die interne IP der Servermaschine weitergeleitet werden – TCP brauchst du nicht.
Zum Verbinden tragen deine Leute den Server in Steam unter Ansicht → Server → Favoriten mit IP:Abfrageport ein. Danach erscheint er in der Serverliste im Spiel.
Konfiguration: Stand Oktober 2026
Alle Einstellungen stecken in einer einzigen Datei im Serververzeichnis: enshrouded_server.json. Die Basiswerte sind Servername, Passwort, saveDirectory, logDirectory, ip (in der Regel 0.0.0.0), gamePort, queryPort und slotCount.
Bei slotCount ist das Limit hart: 1 bis 16, mehr gibt das Spiel nicht her. Weniger Slots sind übrigens Keens eigene Empfehlung, wenn CPU oder RAM eng werden.
Drei Fallen kosten regelmäßig einen Abend:
- Nie bei laufendem Server editieren. Enshrouded schreibt seine Einstellungen beim Herunterfahren zurück in die Datei und überschreibt deine Änderungen. Reihenfolge: stoppen, bearbeiten, speichern, starten.
- Ein falsches Komma blockiert den Start. Zieh die Datei vor jedem Neustart durch einen JSON-Validator.
- Eigene Werte unter
gameSettingsgreifen nur, wenngameSettingsPresetaufCustomsteht. Sonst fragst du dich, warum nichts passiert.
Rollen statt Konsole
Enshrouded hat keine Admin-Konsole, keine Chat-Befehle und kein RCON. Administriert wird über die userGroups – Gruppen wie Admin, Friend und Guest mit jeweils eigenem Passwort und Rechten wie canKickBan, canAccessInventories, canEditBase und canExtendBase.
Jedes Gruppenpasswort muss eindeutig sein, doppelte Passwörter lassen den Server beim Start abstürzen. Über reservedSlots hältst du dir und deinen Stammleuten Plätze frei, ohne die öffentliche Slotzahl dauerhaft zu senken. Wer neu dazukommt, findet den Einstieg leichter mit unserem Enshrouded Einsteiger-Guide für die ersten Stunden.
Backup der Weltdaten
Die Welt liegt im Savegame-Ordner deines Serververzeichnisses – genau der Pfad, den du in der Konfiguration gesetzt hast. Ein Backup ist deshalb unspektakulär: Server stoppen, Ordner als Archiv wegkopieren, Server starten.
Wiederherstellen funktioniert genauso rückwärts: stoppen, Savegame-Ordner durch die Sicherung ersetzen, starten und einmal kontrollieren, ob die Welt korrekt lädt. Automatisiere das per Cronjob oder Aufgabenplanung, und zieh vor jedem Update manuell eine zusätzliche Kopie. Wenn du das Prinzip schon vom 7 Days to Die Dedicated Server Setup kennst: Die Logik ist dieselbe, nur die Pfade sind andere.
Was der 1.0-Start daran ändert
Enshrouded verlässt am 15. Oktober 2026 den Early Access und erscheint gleichzeitig für PS5, die Xbox-Version folgt im Frühjahr 2027. Details dazu haben wir im Beitrag zum 1.0-Release am 15. Oktober 2026 gesammelt.
Für Serverbetreiber ist wichtig: Überarbeitete Systemanforderungen hat Keen bis jetzt nicht veröffentlicht, und Crossplay zwischen PC und Konsolen ist nicht bestätigt – wer da Klarheit will, findet den Stand in unserer Übersicht zum Crossplay vor dem 1.0-Release.
Server-Guides altern immer an genau zwei Stellen: Dateipfade und Namen von Konfigurationsschlüsseln. Alles oben unter „Stand Oktober 2026" ist deshalb der Abschnitt, den du zum Release gegen die Doku des Entwicklers prüfen solltest – Ports, Rollenlogik und das Backup-Prinzip bleiben erfahrungsgemäß stabil.
Betreibst du schon einen eigenen Server oder mietest du lieber? Schreib in die Kommentare, wie groß deine Runde ist und woran es bei dir zuletzt gehakt hat – wir sammeln die Lösungen.
