Wer eine G9x, eine G500s oder ein G13-Gameboard am Rechner hat, holt die Software dazu seit Jahren von derselben Logitech-Supportseite. Dieses Datum gehört jetzt in den Kalender: Das Logitech Gaming Software Ende ist auf den 31. Oktober 2026 datiert. Ob die Maus danach noch tut, was sie soll, entscheidet sich weniger an diesem Tag als beim nächsten Windows-Neuaufsetzen.
Stand dieses Beitrags: 29. Oktober 2026
Die LGS-Downloadseite war an diesem Tag erreichbar und bot Version 9.04.49 vom 25. Mai 2022 an. Ob Logitech die Dateien wie angekündigt entfernt, lässt sich zwei Tage vorher noch nicht prüfen.
Logitech Gaming Software Ende: Was Logitech selbst zur Frist schreibt
Logitech nennt die Frist im eigenen Supportbereich. Mit Wirkung zum 31. Oktober 2026 würden „alle LGS-Installationsdateien, Download-Links und Support-Dokumentationen" dauerhaft von der offiziellen Website entfernt, heißt es dort. Davor steht die Begründung: LGS sei seit 2019 für alle neuen Geräte durch G HUB abgelöst worden, und alle mit LGS kompatiblen Geräte befänden sich inzwischen außerhalb der Garantie. Dahinter folgt ein Satz, der die Sache offen lässt — Logitech prüfe derzeit alternative Möglichkeiten, Nutzern weiterhin Zugriff auf das Installationsprogramm zu geben. Ein zweiter Termin, ein Ersatzlink oder ein Archiv wird nicht genannt.
Prominent platziert ist der Hinweis nicht. Auf der Downloadseite der Logitech Gaming Software stand am 29. Oktober weiter Version 9.04.49 vom 25. Mai 2022 samt Downloadknopf, ohne sichtbaren Vermerk zur Frist. Aufgegriffen hat die Meldung zuerst PC Games Hardware.
Was am Stichtag verschwindet, ist also der Weg zur Datei. Nicht die Datei auf der eigenen Platte.
Installierte Software läuft weiter, gepflegt wird sie nicht mehr
Eine LGS-Installation, die heute auf dem Rechner liegt, wird am 31. Oktober nicht abgeschaltet und nicht gelöscht. Sie verliert die Zukunft: keine neuen Versionen, keine Treiberanpassung an kommende Windows-Builds, keine Supportdokumente zum Nachschlagen. Die letzte Version ist von 2022, gepflegt wurde LGS also ohnehin seit Jahren nicht.
Spürbar wird die Lücke erst bei einem der üblichen Anlässe: Windows neu aufsetzen, auf einen neuen Rechner umziehen, die Systemplatte tauschen. Ohne gesicherten Installer bleibt dann eine Maus übrig, die klickt und scrollt, deren Zusatztasten aber unbelegt sind. Das Muster kennt jeder, der schon einmal alte Spiele unter Windows 11 zum Laufen gebracht hat: Die Hardware ist selten das Problem, die Software drumherum schon.
Welche Geräte hängen an LGS?
Logitechs eigenes Abgrenzungskriterium ist das Jahr 2019. Seitdem erscheinen neue Geräte mit G HUB, davor lief die Konfiguration über LGS. Betroffen sind damit die Generationen, die G HUB nie aufgenommen hat. PC Games Hardware nennt als Beispiele die Mäuse G500s, G700s und G9x, dazu das G13-Gameboard und das G27-Rennlenkrad.
Eine abrufbare Liste nach dem Muster „diese Geräte unterstützt G HUB nicht" veröffentlicht Logitech nicht. Das muss jeder für sein Modell selbst feststellen, und dafür gibt es zwei belastbare Wege:
| Prüfung | Was dabei herauskommt |
|---|---|
| G HUB installieren, Gerät anstecken | ✅ Gerät erscheint in der Liste, dann genügt G HUB · ❌ Gerät fehlt, dann bleibt LGS nötig |
| Produktseite im Logitech-Support öffnen, Bereich „Downloads" | welche Software Logitech für genau dieses Modell anbietet |
Auf den zweiten Weg verweist Logitech in seinen Anleitungen selbst. Bei Rennlenkrädern steht ausdrücklich, dass nicht alle Modelle mit LGS 8.70 oder höher kompatibel sind und die Softwarekompatibilität in den Produktspezifikationen des jeweiligen Lenkrads nachzulesen ist.
Offen geblieben
Ob nach dem 31. Oktober ein Ersatzweg zum Installationsprogramm entsteht, ist unklar. Logitech kündigt eine Prüfung an, kein Ergebnis.
Sichere den Installer, bevor die Seite verschwindet
Die Datei ist 123 MB groß und läuft unter Windows 10 und 11. Sie gehört an einen Ort, der ein Neuaufsetzen übersteht: zweite Platte, USB-Stick, Cloud-Ordner. Der Downloads-Ordner auf dem Systemlaufwerk ist genau das nicht. Hilfreich ist außerdem ein Dateiname, der in zwei Jahren noch etwas sagt, etwa LGS-9.04.49-Win64-Sicherung-2026-10.exe, und eine Textdatei daneben mit Modellbezeichnung und Herkunft.
Das ist mehr als Ordnungsliebe. Nach dem Stichtag lassen sich Installer, die irgendwo im Netz herumliegen, nicht mehr gegen das Original abgleichen. Eine selbst gesicherte Datei von der Herstellerseite ist die einzige, bei der die Herkunft bekannt ist.
Profile liegen als LGP- oder XML-Datei vor
Makros und Tastenbelegungen stecken in Profilen, und LGS schreibt sie aus dem Programm heraus weg. Der Weg steht in Logitechs eigener Anleitung: im LGS-Fenster rechts oben im Bereich „Profile" auf das Symbol „Importieren/Exportieren" klicken, im Kontextmenü liegen beide Richtungen. Unterstützt werden Profildateien im LGP- und im XML-Format, und über denselben Weg wandern sie später wieder zurück.
Der Export lohnt sich auch dann, wenn LGS auf dem Rechner bleibt. Ein Spielprofil, an dem jahrelang geschraubt wurde, ist in zwei Minuten gesichert und in zwei Stunden nachgebaut.
Bordspeicher statt Software für jede Taste
Manche Geräte behalten ihre Belegung selbst. Logitech beschreibt den Modus „Integrierter Speicher" so, dass Zeigereinstellungen, Tastenkonfiguration und Beleuchtung in den Speicher der Maus geschrieben werden. Das Gerät lässt sich damit an einem Rechner einrichten und an einem anderen ohne zusätzliche Software benutzen.
Für den Stichtag ist das der stabilste Schritt überhaupt. Was im Gerät steht, übersteht jede Neuinstallation und braucht die Software danach nicht mehr. Die Gegenrechnung: Es ist ein Satz Belegungen für alles. Die zweite Betriebsart, die automatische Spielerkennung, schaltet pro Spiel um und setzt die laufende Software voraus. Sinnvoll ist deshalb beides nebeneinander, der Bordspeicher als Rückfallebene und die Spielerkennung so lange, wie LGS läuft.
Lohnt der Umstieg auf G HUB?
Für Geräte, die G HUB erkennt, ja. Dort kommen Updates an, dort gibt es Support. Für Geräte, die G HUB nicht erkennt, ist der Umstieg kein Weg, sondern ein Verlust: Die Zusatztasten fallen auf das zurück, was die Firmware von sich aus kann. Beides parallel zu installieren ist möglich, macht aber Arbeit. Zwei Programme, die dieselbe Hardware ansprechen wollen, erzeugen Eigenheiten, die beim Spielen niemand sucht.
Steht ohnehin ein Austausch im Raum, zeigt der Vergleich der aktuellen Logitech-Peripherie, welche Geräte heute mit G HUB arbeiten.
Wen das Mausgefühl des alten Modells hält, dem helfen die Merkmale zum Nachvergleichen: Sensor, Gewicht, Tastenzahl und Griffform stehen in der Übersicht dazu, worauf es beim Kauf einer Gaming-Maus ankommt.
Version 9.04.49 vom Mai 2022 und kein Nachfolger für die Altgeräte
Der Ärger an der Sache ist nicht der Stichtag, sondern die Lücke dahinter. Logitech nimmt eine Software vom Netz, deren letzte Version viereinhalb Jahre alt ist, und stellt für die Geräte, die daran hängen, keinen Nachfolger bereit. G HUB ist keiner, solange es das Gerät nicht kennt. Übrig bleibt Hardware, die funktioniert, und eine Konfigurationsmöglichkeit, die man sich selbst aufbewahren muss.
Zuerst trifft das die Besitzer teurer Spezialhardware. Ein G13 oder ein G27 war kein Zubehörteil von der Resterampe, und beide tun ihren Dienst bis heute. Am wenigsten merken es Spieler, deren Gerät sowieso aus dem Bordspeicher läuft. Dazwischen liegt die größte Gruppe: LGS ist installiert, hat nie Aufmerksamkeit gekostet, und das Fehlen fällt erst beim nächsten Systemwechsel auf. Dann ist die Seite weg.
Der Aufwand dagegen ist klein. Eine Datei, ein paar Profile, zehn Minuten. Dass Logitech eine Prüfung alternativer Wege ankündigt, ohne einen davon zu benennen, ist der Grund, es nicht darauf ankommen zu lassen. Nebenbei zeigt der Fall, wie Herstellersoftware altert, und zwar nach demselben Takt wie bei Windows 10 nach dem Supportende: Entscheidend ist nicht der Stichtag, sondern der Moment, in dem man das System das nächste Mal anfasst.
Zwei Tage bleiben. Danach entscheidet nicht mehr Logitech darüber, ob eine G9x ihre Makros wiederbekommt, sondern der Ordner, in dem die Sicherung liegt.
Quellen
- Logitech Support: Logitech Gaming Software — Downloadseite mit Version 9.04.49 und dem Hinweis zur Entfernung zum 31. Oktober 2026
- Logitech Support: Wahl zwischen den Modi „Integrierter Speicher" und „Automatische Spielerkennung"
- Logitech Support: Importieren von Rennlenkradprofilen mit Logitech Gaming Software — Import und Export, LGP- und XML-Format
- PC Games Hardware: LGS-Downloads verschwinden am 31. Oktober 2026
