Morgoth Saurons Meister — so lässt sich das Kräfteverhältnis in Tolkiens Erstem Zeitalter am kürzesten fassen: Der Dunkle Herrscher war der mächtigste und furchterregendste aller Valar, seine Bosheit überstieg selbst die seines Dieners. Doch trotz dieser Macht wurde Morgoth schließlich besiegt. Wie war das möglich?
Vom Vala zum Feind: Wer Morgoth ursprünglich war
Morgoth trug zunächst den Namen Melkor und gehörte zu den Valar, den mächtigsten Wesen in Tolkiens Schöpfung. Er war der stärkste unter ihnen — und derjenige, der sich als Erster gegen die vorgesehene Ordnung stellte. Den Namen Morgoth erhielt er später von Fëanor, nachdem er die Silmaril geraubt hatte, jene drei Juwelen, in denen das Licht der Zwei Bäume von Valinor bewahrt war.
Sauron war zu dieser Zeit lediglich sein Diener, ein Maia in Morgoths Gefolgschaft. Alles, wofür Sauron im Dritten Zeitalter steht, ist damit die kleinere Fortsetzung eines weit größeren Konflikts.
Fingolfins Zweikampf: Auch ein Vala blutet
Ein Ereignis zeigt früh, dass Morgoth verwundbar war. Der Elbenkönig Fingolfin ritt allein vor die Tore von Angband und forderte ihn zum Zweikampf. Morgoth gewann — doch Fingolfin schlug ihm sieben Wunden, und Morgoth hinkte fortan.
Für die Erzählung ist das der entscheidende Hinweis: Wer sich, wie Morgoth, immer tiefer in die Welt einbindet und seine Macht in Heere, Festungen und Kreaturen ausgießt, verliert an eigener Unangreifbarkeit.
Der Zorn der Valar
Nach Jahrhunderten der Tyrannei Morgoths und des Leidens der Elben und Menschen in Mittelerde griffen die Valar endlich ein. Auslöser war die Fahrt Eärendils, der über das Meer nach Valinor segelte und die Valar um Beistand für die Völker Mittelerdes bat. In einem gewaltigen Krieg, dem Zornkrieg, zogen sie mit ihren Heeren gegen Morgoth in die Schlacht.
Die entscheidende Schlacht
Diese epische Konfrontation verwüstete Beleriand, einen großen Teil von Mittelerde. Die Heere des Westens kämpften gegen Morgoth und seine Armeen aus Balrogs, Orks und Drachen. Angeführt wurde das Heer von Eönwë, dem Herold Manwës — kein Vala, sondern der mächtigste der Maiar. Am Ende war Morgoths Macht gebrochen.
Das Ende Morgoths
Morgoth wurde gefesselt und aus der Welt in die Zeitlose Leere hinausgeworfen, ein Schicksal, das schlimmer war als der Tod. Seine Festung Angband wurde zerstört und seine Armeen vernichtet.
Die Folgen des Krieges
Der Zornkrieg beendete das Erste Zeitalter von Mittelerde. Beleriand versank im Meer, die Landkarte der Welt änderte sich vollständig. Sauron entkam der Niederlage und trat später an die Stelle seines Meisters — mit deutlich geringerer Macht, aber größerer Geduld.
Morgoths Vermächtnis: Warum der Sieg unvollständig blieb
Obwohl Morgoth für immer verbannt wurde, hatte er die Welt tiefgreifend verändert. Seine Bosheit vergiftete die Herzen vieler Lebewesen und schuf die Bedingungen für künftige Konflikte, wie sie in „Der Herr der Ringe" geschildert werden.
Genau darin liegt die bittere Pointe der Geschichte: Der Zornkrieg war militärisch ein vollständiger Sieg — und trotzdem kostete er einen ganzen Kontinent, und das eigentliche Problem war damit nicht gelöst. Wer die Trilogie kennt, liest das Erste Zeitalter deshalb anders: Sauron ist nicht der Ursprung des Bösen in Mittelerde, sondern sein Nachlassverwalter.
Mittelerde zum Selbstspielen
Wer den Stoff nicht nur lesen, sondern durchstreifen will: Die Mittelerde-Spiele greifen genau diese Epoche auf. Welche Titel sich für Filmfans lohnen, steht in der Übersicht zu Videospielen für Filmfans auf PS5 und Xbox. Wer lieber selbst eine Welt aufbaut, statt eine fremde zu retten, findet im Valheim Einsteiger Guide einen nordischen Gegenentwurf.
