Eine Wirtschaftssimulation aus dem Jahr 2002 bekommt eine zweite Fassung, und zwar von einem Studio, das sich ausdrücklich am Original orientiert. Die Gilde Europa 1410 startet am 17. September 2026 in den Early Access auf Steam, entwickelt von Ashborne Games und herausgegeben von THQ Nordic. Deutsch ist dabei nicht Übersetzung, sondern Ausgangssprache: Oberfläche, Ton und Untertitel liegen in Deutsch und Englisch vor.
Stand dieser Meldung: 13. September 2026
Angaben zu Umfang und Fahrplan stammen von der Steam-Seite des Spiels. Bei einem Early Access können sich Inhalte und Termine im Lauf der Entwicklung verschieben.
Die Gilde Europa 1410: Termin, Entwickler und Umfang
Auf Steam läuft der Titel unter der App-Nummer 2977260 und trägt dort inzwischen den vollständigen Namen „Die Gilde 1 Remake: Europa 1410". Als Genres führt Valve Simulation und Strategie, dazu die Kennzeichnung Early Access. Als Ziel für die Fertigstellung nennt das Studio den Sommer 2027, abhängig davon, wie viel Rückmeldung aus der Spielerschaft eingearbeitet werden muss.
Inhaltlich beschreibt die Shopseite den Aufstieg einer Dynastie: Man beginnt als Oberhaupt einer Familie mit einem bescheidenen Betrieb, mehrt über Jahre hinweg Einfluss und Vermögen und muss die Nachfolge sichern, damit das Vermächtnis über Generationen fortbesteht.
Der Name wurde nach Rückmeldungen aus der Community geändert
Ursprünglich hieß das Spiel schlicht „Die Gilde: Europa 1410". Der Zusatz „Die Gilde 1 Remake" kam später dazu, um klarzustellen, dass es sich um eine Neuauflage des ersten Teils handelt und nicht um einen Nachfolger im Geist von Die Gilde 2 oder 3. Auch der Termin verschob sich: Angepeilt war zunächst der Juli, geworden ist es der September.
Das Studio verweist auf dieselbe Haltung im Early-Access-Hinweis der Shopseite, wo es heißt, Die Gilde habe stets davon gelebt, dass die Community in die Entwicklung eingebunden sei.
Schmied, Alchemist, Schneider — oder Erpresser
Der Kern ist Handwerk und Handel. Man wählt einen Beruf, baut den Betrieb aus und arbeitet sich zum einflussreichsten Magnaten der Stadt hoch; jeder Beruf bringt dabei eigenes Spielgeschehen mit. Produktion allein verschafft laut Beschreibung aber keine Stimme im Rathaus — dafür braucht es Politik, und die läuft über Beliebtheit, Bestechung oder Erpressung.
Wer auf ehrliche Arbeit verzichten will, bekommt den zweiten Weg angeboten: Schergen überfallen Karren, Taschendiebe gehen auf die Bürger los, und Entführungen gegen Lösegeld stehen ebenfalls im Repertoire. Alternativ lässt sich die Gegenrichtung einschlagen und mit eigenen Söldnern für Ordnung auf den Straßen sorgen.
Erst Einzelspieler, Mehrspieler später
Für Gruppen ist das die wichtigste Angabe der ganzen Ankündigung. In der Early-Access-Fassung steht auf Steam ausschließlich Einzelspieler; ein Mehrspielermodus für bis zu zwölf Teilnehmer ist für die Vollversion geplant, also frühestens für den Sommer 2027.
| Early Access ab 17.09.2026 | Geplante Vollversion | |
|---|---|---|
| Einzelspieler | ✅ | ✅ |
| Mehrspieler | ❌ | 🔄 bis zu 12 Spieler angekündigt |
| Deutsche Sprachausgabe | ✅ | ✅ |
Damit ist der Titel vorerst kein Kandidat für einen gemeinsamen Abend. Wer Aufbau zu mehreren sucht, ist derzeit etwa bei Medieval Dynasty und seinem Koop-Modus besser bedient.
Wie viel Geduld verlangt ein Early Access bis Sommer 2027?
Realistisch etwa die Geduld, die man in ein Spiel investiert, das man mögen will, bevor es fertig ist. Neun Monate erklärter Restlaufzeit sind für ein Vorhaben dieser Komplexität eher knapp kalkuliert als großzügig, und Wirtschaftssimulationen mit Generationenwechsel zeigen ihre Schwächen erfahrungsgemäß spät — nämlich dann, wenn die zweite Generation übernimmt und das Regelwerk trägt oder eben nicht.
Für den Stoff spricht, dass er einer Zielgruppe entgegenkommt, die in aktuellen Aufbauspielen selten bedient wird: kein Zeitdruck, keine Wellen von Gegnern, stattdessen Buchführung, Stadtpolitik und ein langsam wachsender Betrieb. Das Feld ist zuletzt breiter geworden, wie sich an der Übersicht entspannter Aufbauspiele ablesen lässt, und eine Neuauflage mit deutscher Vertonung hat darin ihren eigenen Platz.
Wer den Namen aus den Nullerjahren kennt, wird vor allem eine Frage stellen: Fühlt sich das an wie damals, oder nur wie ein Spiel, das so heißt? Beantworten lässt sich das erst am 17. September — und die ehrlichsten Antworten darauf stehen erfahrungsgemäß nicht in den ersten Tests, sondern in den Berichten derer, die eine Dynastie tatsächlich über drei Generationen geführt haben.
