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Zwei Spiele mit jeweils über 100 GB, dazu die Shader-Caches, und die 1-TB-SSD meldet Vollstand. Früher hieß die Lösung „nächste SSD kaufen", in der Speicherkrise ist das die teurere Antwort geworden: Interne SSDs stehen laut 3DCenter-Index beim Zweieinhalbfachen des Vorkrisenniveaus. Spiele auf HDD auslagern, die man nicht ständig spielt, ist deshalb wieder ein ernsthafter Weg, und alle drei großen Launcher können das, ohne dass etwas neu heruntergeladen wird. Nur geht es überall etwas anders.
Stand der Anleitungen
Die Schritte für Steam, Xbox-App und Epic Games Launcher wurden am 21. Oktober 2026 auf den offiziellen Hilfeseiten nachgelesen. Launcher ändern ihre Menüs; stimmt eine Bezeichnung nicht mehr, ist die Hilfeseite in den Quellen der aktuelle Stand.
Spiele auf HDD auslagern: Welche Titel die Festplatte vertragen
Eine Festplatte liest sequenziell ordentlich, bei vielen kleinen, verstreuten Zugriffen aber um ein Vielfaches langsamer als eine SSD. Für Spiele heißt das: Alles, was am Anfang einmal lädt und dann eine Weile in derselben Umgebung bleibt, kommt mit der HDD zurecht. Rundenstrategie, Aufbauspiele, Point-and-Click, ältere Rollenspiele, Indie-Titel mit kleinen Welten und die meisten Spiele von vor 2018 fallen in diese Gruppe; die Ladezeit wird länger, das Spiel danach nicht schlechter.
Schwieriger wird es bei offenen Welten, die während des Spielens laufend nachladen. Dort äußert sich die Festplatte nicht in einem längeren Ladebildschirm, sondern in Rucklern, nachploppenden Texturen und Streaming-Aussetzern mitten in der Bewegung. Und eine Gruppe gehört gar nicht auf die HDD: Spiele, deren Systemanforderungen eine SSD voraussetzen. Wo der Hersteller das ausdrücklich schreibt, wie bei Control Resonant mit seinen 120 GB und SSD-Pflicht, ist es keine Empfehlung, sondern eine Bedingung, unter der das Spiel getestet wurde.
Stichwort DirectStorage: Microsoft beschreibt die Schnittstelle als Funktion, mit der Spiele „high-speed storage (such as NVMe SSDs)" voll ausnutzen, also viele kleine Lesevorgänge mit minimaler CPU-Last. Ein Spiel, das darauf baut, läuft auf einer Festplatte am eigentlichen Zweck der Technik vorbei. Solche Titel sind die ersten Kandidaten für den dauerhaften SSD-Platz.
Verschiebe Steam-Spiele über den Speicherplatz-Tab, nicht per Explorer
Steam ist der einfachste Fall, weil der Client den Umzug selbst erledigt. Voraussetzung ist ein zweiter Bibliotheksordner auf der Festplatte, und den legt man laut Steam-Hilfe so an:
- Im Steam-Client die Einstellungen öffnen.
- Den Tab „Speicherplatz" wählen. Dort steht der Standardinstallationspfad (ab Werk
C:\Programme (x86)\Steam\steamapps\common\). - Über die „+"-Schaltfläche oben ein neues Laufwerk hinzufügen und einen Ordner auf der HDD wählen.
Ab dann lässt sich bei jeder Neuinstallation der Zielordner auswählen. Für bereits installierte Spiele geht es im selben Tab weiter: das Laufwerk wählen, auf dem die Spiele liegen, die betreffenden Spiele markieren und „Verschieben" klicken. Steam kopiert die Dateien, passt seine Verwaltung an und das Spiel startet danach vom neuen Ort, ohne dass Spielstände oder Einstellungen angefasst werden, denn die liegen bei den meisten Titeln ohnehin in der Steam Cloud oder im Dokumente-Ordner.
Zwei Hinweise aus der Steam-Hilfe gehören dazu. Erstens rät Valve wegen möglicher Leistungsprobleme davon ab, Steam selbst auf eine externe Festplatte zu installieren; für einzelne, selten gespielte Titel auf einer externen Platte gilt das Gleiche sinngemäß. Zweitens: Wer den gesamten Steam-Ordner umziehen will, soll vorher den SteamApps-Ordner sichern. Für den Umzug einzelner Spiele über den Speicherplatz-Tab ist das nicht nötig, aber ein Blick auf freien Platz der Zielplatte erspart einen abgebrochenen Kopiervorgang. Wer seine Bibliothek mit anderen im Haushalt teilt, sollte wissen, dass der Standort der Spiele für die Steam-Familie keine Rolle spielt; die Freigabe läuft über das Konto, nicht über den Ordner.
Die Xbox-App kennt den Umzug, Epic verlangt einen Umweg
In der Xbox-App für Windows führt der Weg laut Microsofts Hilfeseite über die Bibliothek: Rechtsklick auf das installierte Spiel, dann „Weitere Optionen" beziehungsweise „Verwalten". In diesem Dialog liegen die Reiter für Add-ons, das Updateverhalten und die Dateien des Spiels; dort lässt sich das Spiel auf ein anderes Laufwerk setzen. Die Hilfeseite beschreibt den Verwalten-Dialog und das Standardlaufwerk, nennt die Schaltfläche zum Verschieben aber nicht ausdrücklich; wer sie in seiner App-Version nicht findet, greift auf die Windows-Einstellungen zurück, wo installierte Store-Apps und -Spiele unter „Apps" ebenfalls einen Verschieben-Eintrag haben können. Das Standardlaufwerk für künftige Installationen setzt man in der Xbox-App über das Profilbild, dann „Einstellungen" und „Installationsoptionen"; dort wählt man das Standardspeichergerät.
Der Epic Games Launcher hat keinen Verschieben-Knopf. Epics eigene Anleitung läuft über eine Kopie und eine Neuinstallation, bei der der Launcher die vorhandenen Dateien erkennt:
- Den Spielordner (Standard:
C:\Program Files\Epic Games\[Spielname]) komplett an den neuen Ort auf der HDD kopieren, als Sicherung behalten. - Im Launcher unter „Bibliothek" auf die drei Punkte neben dem Spiel klicken und „Deinstallieren" wählen.
- Das Spiel erneut installieren und dabei den neuen Ort auf der HDD als Installationspfad angeben.
- Nach etwa 2 bis 3 Prozent Download über die drei Punkte „Installation abbrechen" wählen.
- Die gesicherte Kopie in den neuen Installationsordner kopieren, Duplikate überschreiben lassen.
- Die Installation fortsetzen. Der Launcher prüft die Dateien und lädt nur nach, was fehlt.
Für die neue Launcher-Version „Early Preview" nennt Epic einen kürzeren Weg: Ordner kopieren, deinstallieren, bei der Neuinstallation den Ordner mit der Kopie als Ziel wählen, der Launcher erkennt die Dateien dann automatisch. In beiden Fällen gilt: erst kopieren, dann deinstallieren. Vertauscht man die Reihenfolge, lädt der Launcher das Spiel komplett neu.
Was bleibt dauerhaft auf der SSD?
Die Entscheidung fällt leichter, wenn man nicht nach Spielen, sondern nach Zugriffsmustern sortiert. Auf der SSD bleiben:
| Bleibt auf der SSD | Darf auf die HDD |
|---|---|
| ✅ Windows, Launcher, Treiber, Shader-Caches | ✅ Spiele, die seit Wochen nicht gestartet wurden |
| ✅ Das Spiel, das gerade im Wochenrhythmus läuft | ✅ Rundenstrategie, Aufbau, Adventure, ältere Titel |
| ✅ Titel mit SSD in den Mindestanforderungen oder DirectStorage | ✅ Koop-Titel, die nur für den Abend mit Freunden installiert bleiben |
| ❌ Spiele, die man „mal wieder" spielen will | ❌ Offene Welten mit sichtbarem Streaming, Shooter mit kurzen Respawn-Ladezeiten |
Eine Festplatte ist dabei kein Abstellgleis, sondern ein Zwischenlager. Steam braucht für den Weg zurück auf die SSD dieselben drei Klicks wie hinaus. Läuft ein Spiel wieder regelmäßig, holt man es zurück; das ist in jedem Fall schneller als ein erneuter Download von 120 GB, wie ihn etwa Gears of War: E-Day mit seinen 115 GB verlangt.
Zweieinhalbfaches Vorkrisenniveau bei SSDs – was das für die Kapazitätswahl heißt
Wer trotz Auslagern Speicher kaufen muss, sollte die Kapazitätslogik des Marktes kennen. Laut 3DCenter liegen interne SSDs im Oktober beim 2,5-Fachen des Niveaus vom Juli 2025, Festplatten beim 2,6-Fachen; die Festplatten haben im Oktober aber nur noch um 0,6 Prozent zugelegt, SSDs um 9,6 Prozent. ComputerBase misst für seine Stichprobe seit Mitte September 2025 bei SSDs und HDDs jeweils ein Plus von 146 Prozent und spricht davon, dass beide „gemächlicher" steigen als Arbeitsspeicher.
Innerhalb der SSDs verteilt sich der Aufpreis ungleich. PCGH rechnet in seiner Oktober-Analyse vor, dass eine 4-TB-NVMe-SSD je Terabyte am günstigsten ist, während 1-TB-Modelle und die neuen 8-TB-Laufwerke je Terabyte deutlich mehr kosten; die 8-TB-Klasse liegt pro Terabyte sogar über der 1-TB-Klasse. Bei Festplatten gilt das Gegenteil: Dort sind die großen Laufwerke ab 8 TB je Terabyte am günstigsten, und eine 1-TB-Festplatte ist inzwischen teurer als eine 1-TB-SATA-SSD. Eine kleine HDD als Spielearchiv ist damit die schlechteste Kombination aus Preis und Tempo. PCGHs Empfehlung lautet entsprechend: SSD in der 4-TB-Klasse bevorzugen, Festplatten erst ab 8 TB und dann als Archiv, etwa als interne Festplatte ab 8 TB*. Ob sich daneben ein größerer Umbau des Rechners lohnt, hängt an mehr als am Speicher; die Abwägung steht im Beitrag PC aufrüsten oder neu kaufen.
Ladezeiten, Streaming-Ruckler und DirectStorage
Nach dem Umzug lohnt ein kurzer Test, bevor der nächste Koop-Abend ansteht: Spiel von der HDD starten, in eine belebte Szene laufen, zwei Minuten schauen, ob Texturen nachploppen oder die Bildrate kurz einbricht. Bleibt es ruhig, ist der Platz richtig gewählt. Treten Aussetzer auf, die vorher nicht da waren, gehört das Spiel zurück auf die SSD, und ein anderer Titel wandert dafür hinüber. Mit Steam ist das ein Vorgang von wenigen Minuten, bei Epic eine Wiederholung des Kopierwegs, also dort besonders sorgfältig vorab auswählen.
Was bei euch nach dem Umzug noch flüssig lief und welches Spiel sich die Festplatte verbeten hat, lässt sich unter dem Beitrag festhalten; gerade bei den älteren Koop-Titeln gibt es dazu kaum belastbare Erfahrungswerte.
Quellen
- Steam-Support: Steam-Installationen und -Spiele verschieben
- Xbox Support: Alles über die Xbox-App auf dem PC
- Epic Games: How to move an installed game from the Epic Games Launcher to another directory
- Microsoft Learn: DirectStorage
- 3DCenter: Speicherkrise-Preisindex, Oktober 2026
- PC Games Hardware: Speicherpreise RAM, SSD und HDD im Oktober 2026
- ComputerBase: Speicherpreise im Check
