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Wenn ihr regelmäßig zu viert oder zu zehnt losreitet, kommt irgendwann der Punkt, an dem ihr einen Valheim Server einrichten wollt, der auch läuft, wenn niemand von euch online ist. Valheim Server einrichten heißt dabei weniger "Software installieren" als "vorher klären, wem die Welt eigentlich gehört". Genau damit fangen wir an, der technische Teil kommt direkt danach. (Stand: 11. September 2026, gegen die aktuelle Server-Dokumentation geprüft.)
Zuerst die unbequeme Frage: Wem gehört der Speicherstand?
Ein Dedicated Server verschiebt eure Welt von einem Gaming-PC auf eine Kiste, die dauerhaft läuft — und damit verschiebt er auch die Macht. Wer den Host bezahlt, hat den Weltordner, die Adminrechte und im Zweifel das letzte Wort darüber, ob die Gruppe weiterspielt.
Bei uns hat sich bewährt: mindestens zwei Leute mit Zugriff, und einmal pro Woche zieht jemand anderes eine Kopie des Weltordners auf seinen eigenen Rechner. Das kostet fünf Minuten und erspart euch die Diskussion, wenn jemand das Spiel satt hat oder für zwei Monate verschwindet.
Klärt außerdem vorab, ob alle auf einer neuen Welt starten. Nach dem 1.0-Release lohnt sich das oft, weil Biome nur dort sauber generieren, wo noch niemand war — für die Gruppenplanung hilft unsere Vorbereitung auf den Deep North.
Valheim Server einrichten: Installation per SteamCMD
Die Server-Anwendung ist kostenlos und getrennt vom Spiel. In Steam findest du sie in der Bibliothek unter "Tools" als Valheim Dedicated Server; auf einem Root oder VPS holst du sie per SteamCMD mit anonymem Login und der App-ID 896660.
Zwei Stolpersteine gleich vorweg:
- Leg den Serverordner nicht in deine Steam-Bibliothek, sondern in ein eigenes Verzeichnis.
- Im Startskript muss
SteamAppId=892970stehen — das ist die ID des Spiels, nicht die des Servers. Daran scheitern die meisten selbstgebauten Skripte.
Unter Linux brauchst du für Crossplay zusätzlich die Pakete libpulse-dev, libatomic1 und libc6. Fehlen sie, startet der Server zwar, meldet sich aber nie bei PlayFab an — es erscheint schlicht kein Join-Code.
Startparameter statt Config-Datei
Valheim hat keine server.properties. Alles läuft über Startargumente in start_server.bat (Windows) beziehungsweise start_server.sh (Linux):
-name– Anzeigename in der Serverliste-world– Name des Weltordners-password– mindestens 5 Zeichen, darf den Servernamen nicht enthalten-port 2456– Standardport-public 1oder0– öffentlich gelistet oder nur per Direktverbindung-savedir– verschiebt Welten und Rechtelisten an einen eigenen Pfad-crossplay– meldet den Server im plattformübergreifenden Netz an
Weltmodifikatoren kannst du ebenfalls mitgeben: -preset akzeptiert unter anderem Normal, Casual, Easy, Hard, Hardcore, Immersive und Hammer, -modifier schaltet Einzeloptionen wie nobuildcost, playerevents, passivemobs oder nomap. Wichtig ist die Reihenfolge: Das Preset überschreibt alles, was davor steht — also erst -preset, dann die einzelnen Modifier.
Ports, Crossplay und der Beitritt
Für den klassischen Weg gibst du in der Firewall und im Router UDP 2456–2457 auf die LAN-IP des Servers frei. Danach findet euch die Community-Liste über den Servernamen, alternativ verbindet ihr euch direkt über IP:2456.
Mit -crossplay läuft der Beitritt stattdessen über das Relay: Deine Gruppe tippt einen Join-Code ein, Portfreigaben entfallen. Das ist der bequemste Weg, wenn Leute von Konsole dazukommen — welche Plattformen miteinander können, haben wir im Überblick zu Valheim Crossplay zusammengefasst. Das Limit liegt weiterhin bei zehn Spielern gleichzeitig.
Für einen Dauerläufer zu Hause reicht ein sparsamer Mini-PC* mit 16 GB RAM locker aus. Wichtiger als CPU-Power ist ein stabiler Upload — und eine externe SSD* für die Sicherungen, die nicht im selben Gehäuse steckt.
Backups: Seit 1.0 ist eine Welt ein Ordner
Das ist die wichtigste Änderung für Serverbetreiber. Früher waren eine Welt zwei Dateien (.db und .fwl) — seit dem 1.0-Update am 9. September 2026 ist sie ein Verzeichnis in worlds_local, gefüllt mit Metadatei, Weltdaten, einem Chunk-Index und vielen einzelnen .chunk-Dateien.
Daraus folgt eine simple Regel: Sichere immer den kompletten Ordner. Eine halbe Kopie ist keine kleinere Welt, sondern eine kaputte — der Server legt dann einfach eine neue an.
Eine alte Welt wird beim ersten Start konvertiert, das kann einige Minuten dauern, ohne dass in der Konsole etwas passiert. Keine Panik, das passiert nur einmal. Valheim hält außerdem mehrere rollierende Automatik-Backups vor, die ebenfalls als Ordner abgelegt werden.
Und: Beende den Server immer sauber mit STRG+C, niemals per Hard-Kill. Valheim speichert beim Herunterfahren — ein abgewürgter Prozess wirft alles seit dem letzten Autosave weg.
Adminrechte und Alltag
Die Dateien adminlist.txt, permittedlist.txt und bannedlist.txt liegen neben worlds_local im Nutzerverzeichnis (Windows: AppData\LocalLow\IronGate\Valheim, Linux: ~/.config/unity3d/IronGate/Valheim). Eingetragen wird die Plattform-ID des Spielers, nicht der Anzeigename.
Wer neu dazustößt und erst mal Fuß fassen muss, ist mit unserem Valheim Einsteiger-Guide schneller im Bild. Und falls ihr parallel noch andere Welten betreibt: Das Vorgehen ähnelt stark unserem 7 Days to Die Dedicated Server Setup, nur mit deutlich weniger Konfigurationsdateien.
Wie habt ihr das bei euch geregelt — eigener Rechner im Keller, gemieteter Slot oder rotierender Host? Schreibt im Forum, wie ihr eure Backups organisiert, damit die anderen nicht dieselben Fehler machen müssen.
