Blizzard baut neben dem laufenden World of Warcraft und WoW Classic eine dritte, dauerhafte Fassung auf. World of Warcraft Forever erscheint laut der offiziellen Ankündigung weltweit am 5. November um 00:00 Uhr MEZ, die Beta läuft bereits seit dem 17. September. Gespielt wird auf den ursprünglichen Kontinenten, bis Stufe 60.
World of Warcraft Forever: Termine und Zugang zur Beta
Die Eckdaten stehen in der Ankündigung vom 12. September, die Blizzard im Anschluss an die BlizzCon veröffentlicht hat. Für die Beta braucht es keine Bewerbung, sondern eine der beiden größeren Vorbestellausgaben — sie ist an das Produkt gekoppelt, nicht an eine Auslosung.
| Ausgabe | Enthält unter anderem | Beta-Zugang |
|---|---|---|
| Skyborne Heroic Pack | Skyborne-Volk, Zephras Isle, frühe Namensreservierung, Reittier | ❌ |
| Skyborne Epic Pack | alles daraus, dazu 30 Tage Spielzeit und weitere Kosmetik | ✅ |
| Warcraft Forever Collection | alles daraus, dazu Warcraft III: Reforged und Forsaken Kingdom | ✅ |
Forever steht neben Retail und Classic, nicht an deren Stelle
Blizzard beschreibt die Fassung als neues, permanentes Zuhause neben dem modernen WoW und Classic. Das ist der entscheidende Unterschied zu den zeitlich begrenzten Classic-Experimenten der letzten Jahre: Forever ist nicht als Saison angelegt, die irgendwann in den nächsten Modus übergeht, sondern als eigener Strang, der bleiben soll.
Erzählt wird zwischen zwei bekannten Punkten — angesiedelt nach den Ereignissen von Warcraft III Reforged: Forsaken Kingdom und vor dem Geschmolzenen Kern. Wer die Chronologie der Reihe kennt, kann den Einschnitt damit ziemlich genau verorten.
Ursprüngliche Kontinente, Stufe 60, neue Geschichten
Der Umfang ist der einer klassischen Erweiterung, nur mit umgekehrtem Vorzeichen: Statt neuer Gebiete am Rand der Welt geht es zurück in die alten. Dazu kommen neue Regionen und Dungeons, Schlachtzüge, das spielbare Skyborne-Volk und Zephras Isle als Startgebiet. Als Antrieb nennt Blizzard jahrelange Rückmeldungen aus der Spielerschaft.
Die Formulierung der Ankündigung setzt den Schwerpunkt bewusst: Die Welt stehe im Mittelpunkt, Gemeinschaft komme zuerst, und die Reise sei so wichtig wie das Ziel. Übersetzt heißt das, dass der Weg zur Höchststufe wieder Inhalt sein soll statt Vorspiel zum Endspiel.
Ein drittes WoW trifft vor allem Rückkehrer
Für Leute, die vor zehn oder fünfzehn Jahren aufgehört haben, ist das die relevanteste Ankündigung der BlizzCon. Diese Gruppe ist größer, als das Klischee vom jungen MMO-Publikum nahelegt — das Durchschnittsalter der Spielerschaft in Deutschland liegt inzwischen bei 38,3 Jahren. Der Grund, warum viele nicht zurückkehren, ist selten die fehlende Lust, sondern die Einstiegshürde: Das moderne WoW hat Jahre an Systemen aufeinandergestapelt, und Classic verlangt die Geduld von 2004 samt allem, was daran zu Recht überholt ist. Forever versucht den Weg dazwischen.
Ob das aufgeht, hängt an einer Frage, die die Ankündigung nicht beantwortet: Wie viel wurde am Regelwerk tatsächlich angefasst, und wie viel ist neu vertonte Nostalgie? Aus einer Liste von Regionen, Dungeons und einem neuen Volk lässt sich das nicht ablesen. Die Beta seit dem 17. September wird darauf früher eine Antwort geben als jede Pressemitteilung.
Was sich schon jetzt sagen lässt: Drei parallel gepflegte Fassungen desselben Spiels sind ein Aufwand, den sich außer Blizzard kaum jemand leisten kann — und ein Eingeständnis, dass die Spielerschaft eines fünfzehn Jahre alten MMOs längst nicht mehr dasselbe will. Dass das Genre insgesamt in Bewegung ist, zeigt der Blick auf den Stand bei Guild Wars 3.
Für Gruppen mit unregelmäßigen Abenden bleibt die alte Einschränkung bestehen. Ein Levelweg bis Stufe 60 mit zwanzig- und vierzigköpfigen Schlachtzügen im Anschluss verlangt Verbindlichkeit, und daran ändert ein frisches Azeroth nichts. Wer sich das Spiel als gelegentliches Wiedersehen vornimmt, wird die Erweiterung anders erleben als jemand, der drei Abende pro Woche einplant — und genau diese Erwartung sollte man vor dem Vorbestellen mit sich selbst klären.
